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Blogeinträge (Tag-sortiert)

Tag: Augsburg

Klima schützen kann jeder

Die Überschrift liest sich banal. Und doch steckt mehr dahinter, als man zunächst denkt. Der Satz betrifft jeden von uns. Vielleicht sollte man ihn so lesen: Klima schützen kann jeder, muss aber auch jeder, wenn sich im Großen etwas ändern soll. Wir "kleinen Leute" können mehr, als uns bewusst ist. Die Verantwortung für unsere Lebensgrundlagen dürfen wir nicht länger an Politiker verschieben. Wie sich immer deutlicher zeigt, sind viel zu viele dieser so genannten "Bürgervertreter" Dilettanten oder mehr an ihrem eigenen Fortkommen interessiert als an der Lösung von Problemen, die uns alle angehen.


Und deshalb müssen wir bei uns selbst anfangen. Wir können nicht nur von anderen fordern, dass sie etwas tun müssten. Wir selbst sind gefordert, wenn es um den Umweltschutz geht. Ein Anfang könnte sein, die Ausstellung der Verbraucherzentrale Bayern zu besuchen. Sie hat das Thema "Klima schützen kann jeder" und wird am 15. März 2010 um 19 Uhr in der Neuen Stadtbücherei eröffnet. Gezeigt wird die Ausstellung bis 10. April 2010.

In der Ausstellung soll deutlich werden, wie jeder einzelne von uns das Klima in Augsburg schützen kann. Da sollen ganz konkrete Fragen beantwortet werden: Etwa aus welchem Holz die neuen Gartenmöbel hergestellt sein sollten oder auf was man beim Kauf von Haushaltsgeräten achten sollte, damit sie möglichst Ressourcen schonend sind. Ich finde das Thema notwendig und spannend. Und ich habe in den nächsten Tagen wieder einen Grund, die Neue Stadtbücherei zu besuchen.

Matthias Stöbener 10.03.2010, 09.37 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Augsburger Bloggerstammtisch

Endlich haben auch wir Augsburger Blogger einen Stammtisch. Wer daran teilnehmen will, kann die aktuellen Termine erfragen, indem er eine Mail an mitspieltheater(at)googlemail.com schreibt.

Matthias Stöbener 09.03.2010, 08.07 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Termin für heute Abend

Noch nichts vor heute Abend? Dann könnte vielleicht diese Veranstaltung was sein: Heute abend kommt im Rahmen der Spoken Word-Reihe des Lauschangriffs das "The Fuck Hornisschen Orchestra" in die Kresslesmühle! Los geht es um 20 Uhr. Die beiden Jungs sind Kult in der Slam-Community und touren gerade durch die Republik. Sie zu verpassen geht eigentlich gar nicht! Erste Einblicke gibt es unter Myspace.

Als Julius Fischer, der "dicke Junge aus der Zone", beschloss eine Band zu gründen, wollte er einen eindringlichen, einen provokanten, einen aufrüttelnden Namen: "THE FUCK" sollte es fortan von seinem T-Shirt prangen. Offensichtlich komplizierter wurde die Geschichte, als er seinem Kompagnon, dem zarter besaiteten Christian Meyer, Mitspracherecht gewährte. Meyer, der Alexander Marcus Typ der Slam Szene, dessen musikalischen Wurzeln sich in Tanz- und Singveranstaltungen zur Befreiung von Geist und Seele erahnen lassen, bevorzugte den Namen HORNISSCHEN. Das ORCHESTRA steht laut Ihrer Website für Pompösität und Pathos.

Und pompös sind sie wirklich. Findet man das Hornissen-Orchester auf einem Veranstaltungs- Line-Up, sind anschließende Heiserkeit, rotgeklatschte Handinnenflächen und ekstatischer Gemütszustand garantiert. Die Presse sagt: "Großes Theater, das gar keines sein will" (Volkszeitung); "Vielleicht bald legendär" (Neueste Nachrichten). Der eine oder andere Zuschauer schrie während eines ruhigen Stücks: "Genial!!!"

Weitere Infos und Termine gibt es stets aktuell unter Slam-Augsburg

PS: Weiter geht es mit dem regulären Poetry Slam am 12.2.! Vorverkauf läuft bereits!

Matthias Stöbener 31.01.2010, 10.22 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Neue Veröffentlichungen über Augsburg

Leute, Leute, es gibt wieder viele neue Veröffentlichungen der Regio, die für Augsburg werben. An erster Stelle das »Augsburg-Magazin«, das bundesweit für die Landesausstellung »Bayern Italien« wirbt. Daneben listet das Magazin weitere Veranstaltungshöhepunkte des Jahres 2010 auf von der laufenden Ausstellung »Helden der Kinderzimmer« im Puppentheatermuseum »die Kiste« bis zum Christkindlesmarkt. Das 72 Seiten starke Heft gibt es gratis in der Tourist-Information am Rathausplatz oder in der Geschäftsstelle (Schießgrabenstraße 14), am Hauptbahnhof, im Stadtmarkt, in der Fuggerei und an weiteren Verteilstellen. An den gleichen Verteilstellen gibt es gratis das Reisemagazin »Bayerisch-Schwaben 2010«, mit dem der Tourismusverband Allgäu/Bayerisch-Schwaben auf die Landesausstellung »Bayern Italien« in Augsburg und Füssen und damit auch auf Römerfunde und Renaissancebauten in und um Augsburg hinweist. Ein fotografischer Streifzug durch Wallerstein, Nördlingen, Harburg, Donauwörth, Rain, Augsburg und Friedberg erinnert daran, dass die weltberühmte Romantische Straße heuer 60 Jahre alt wird. Mit »Fachwerk und Spätzle« ist der Beitrag betitelt, der auf zehn Seiten die Reise- und Ausflugsziele Westschwabens zwischen Ulm und Burgau, Illertissen und Ziemetshausen vorstellt. Die 850-Jahr-Feier Weißenhorns ist ebenso ein Thema wie die vor 400 Jahren geweihte Dreifaltigkeitskirche in Haunsheim. Weitere Themen widmen sich den Zielen für junge Familien und den sportlichen Aktivitäten in der Region. Die nordschwäbischen Veranstaltungshöhepunkte des Jahres 2010 werden kurz vorgestellt von der 7. »Friedberger Zeit« übers »Stabenfest« und »Stadtmauerfest« in Nördlingen bis zum »Internationalen Donaufest« in Ulm und Neu-Ulm.

Zu diesen Veröffentlichungen kommt noch der Führer »Familienziele in Bayerisch-Schwaben«, ein 96-seitiges Taschenbuch mit dem Untertitel "Mit Kindern in und um Augsburg, an der Donau und im Ries". Das Buch führt nicht nur zu Freizeitparks und Erlebnisbädern, zu Rittern und Indianern, in Museen und in die Natur, sondern auch zu familienfreundlichen Übernachtungsmöglichkeiten und kindgerechten Veranstaltungen. Damit wendet es sich sowohl an Eltern als auch an Lehrkräfte. Vor allem in der Familien- und Kinderregion Günzburg und drum herum hat sich in den letzten Jahren ein vielfältiges Angebot für Freizeit oder Urlaub mit Kindern entwickelt. Vom Abenteuerland bis zur Kart-Bahn, vom Klettergarten über den Greifvogelpark bis zum Kinderkochkurs reicht das Angebot. Vieles gibt es schon lange, ist aber über das engere Umfeld kaum bekannt: Zum Beispiel Schloss Harburg, eine der größten und besterhaltenen Burganlagen Süddeutschlands, oder das Wörnitz-Flussfreibad in Oettingen, eines der letzten Bäder dieser Art in Bayern. Auch die Museen haben es in sich: Neu-Ulm bietet das erste Kindermuseum der Region. Doch auch das Augsburger Puppentheatermuseum »die Kiste«, das Käthe-Kruse-Puppen-Museum in Donauwörth, das Ballonmuseum in Gersthofen oder das Schulmuseum in Ichenhausen sind in ihrer Art weit und breit einzigartig. Das Museum im »Weltkriegsbunker in der Fuggerei« ist das einzige in der Region, das für ältere Kinder und Jugendliche ausschließlich die Zeit des Nationalsozialismus und seiner Folgen dokumentiert einer der Tipps, die sich auch an jene Lehrkräfte wenden, die den nächsten Schulausflug planen.

Der Reiseführer »Familienziele« leitet aber auch zu kindgerechten Veranstaltungen von den Süddeutschen Karl-May-Festspielen in der Western-City in Dasing über historische Stadtfeste in Donauwörth und Nördlingen, Leipheim, Aichach und Friedberg bis zu den großen Weihnachtsmärkten in Augsburg und Ulm. Originell sind einige der vorgestellten familiengerechten Übernachtungsmöglichkeiten: Sie reichen von der Baumhausherberge bei Pöttmes über ein Heuhotel in Leipheim bis zum tiefen Schlaf in der Burgschenke von Schloss Harburg.

Der neue Reiseführer Familienziele ist bundesweit im Buchhandel und beim Tourismusverband Allgäu/Bayerisch-Schwaben (Mail: info@tvabs.de) erhältlich und kostet 7,90 €. Da sage ich: Zugreifen!


Matthias Stöbener 20.01.2010, 08.27 | (1/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

Neue Studie zur Augsburger Politik

Nach eigenen Recherchen zu Beginn des Monats Januar 2010 leiden immer mehr Augsburgerinnen und Augsburger unter der vielfach content-freien Politik ihrer Stadtpolitiker. In der nicht-repräsentativen Studie beschwerten sich Augsburger Bürgerinnen und Bürger, dass ihre Politiker immer öfter nach dem Motto handelten: "Politik ist ein schmutziges Geschäft, ich halte mich da heraus." Vor allem die Privatisierung der Augsburger Politik stößt vielen Betroffenen ungut auf. Sie vermuten dahinter oft eine Anpassung der Realität an Gesetze, die von der Politik beeinflusst werden können. Manche Befragte gaben ihrer Meinung Ausdruck, dass ihnen in der Augsburger Politik besonders die immer wieder versuchte Überwindung von Naturgesetzen nicht gefällt.

Mehr als 60 % der befragten Augsburger hoffen, dass die Zeitverträge von Augsburger Politikern nach der jetzigen Legislaturperiode nicht mehr verlängert werden und der ein oder andere politische Kopf das verdiente Rentenalter erreicht. Viele würden diesen Politikern sogar die Bestellung in den Aufsichtsrat eines führenden Unternehmens gönnen, wenn sie dafür nur aus der öffentlichen Wahrnehmung treten würden. Auch der Rücktritt (spontaner Eintritt in das Frührentenalter) einzelner Augsburger Politiker würde von nicht weniger als 22 % der befragten Augsburger Bürgerinnen und Bürgern goutiert. (Achtung: Dies ist ein satirischer Beitrag!)

Matthias Stöbener 19.01.2010, 08.22 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Puppenkiste statt Minarett

Ich hatte in der Pfalz Verwandte besucht und fuhr nach Augsburg zurück. Über die A 8. Von weitem schon das Schild, das an der Autobahn für Augsburg werben soll. Sie wissen schon: das weiß-braune Schild, das auf kulturelle Eigenheiten einer Region oder Stadt hinweist. Von weitem wirken das Rathaus und der Perlachturm, die auf dem Schild abgebildet sind, wie eine Moschee mit einem Minarett. Zu schnell ist meiner Meinung nach der Autofahrer an dem Schild vorbei gefahren, um "Stadt der Renaissance" lesen zu können. Und ich wette, dass von 100 Autofahrern keine zehn wissen, dass die abgebildeten Gebäude das Rathaus und der Perlachturm sind.


Wer nur ist auf die Idee gekommen, mit dem Perlachturm und dem Rathaus an der Autobahn für Augsburg zu werben? Warum hat man nicht Jakob Fugger abgebildet und Fuggerstadt darunter geschrieben? Darunter können sich wahrscheinlich noch mehr Menschen etwas vorstellen als unter dem jetzigen Schild. Aber am besten wäre doch: Augsburg - Stadt der Puppenkiste. Und abgebildet die Tore der Puppenkiste und Jim Knopf oder Urmel. Sofort hätte der Autofahrer einen positiven Eindruck der Stadt. Den braucht er ja auch, um hinter den langweiligen Logistikhallen und dem Müllverbrennungsanlagen-Ungetüm eine nette Stadt zu vermuten. Also warum nicht schnell das jetzige Schild abschrauben und durch ein Puppenkistenschild ersetzen?

Matthias Stöbener 03.01.2010, 11.49 | (3/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Luxus Theater

Man muss kein Hellseher sein, um zu erkennen, dass die herrschenden Augsburger Politiker keine 100 Mio. Euro aus dem Stadtsäckel zaubern können, um das Augsburger Theater zu retten. Und ich glaube auch nicht, dass der Freistaat Bayern in den nächsten Jahren 50 Mio. Euro zusteuern kann, wie er es vielleicht vor zehn Jahren noch gemacht hätte, um das Augsburger Theater zu erhalten.

Wir haben über unsere Verhältnisse gelebt. Und jetzt erkennen wir, dass das nicht mehr möglich ist. Deshalb müssen unsere Politiker endlich die moralische Verantwortung für zukünftige Generationen übernehmen. Sie müssen sich entscheiden, Geld für die Bildung in die Hand zu nehmen oder für die Kultur, Geld für das Gesundheitsressort oder für Sportanlagen, Geld für die Entlastung der Firmeneigentümer oder die Unterstützung von Kindern unter der Armutsgrenze. Das sind nur Beispiele. Aber sie machen deutlich: Es geht um Entscheidungen! Aber entscheiden wollen unsere Politiker nicht mehr. Deshalb nehmen sie Schulden von allen Seiten auf und versuchen es immer noch, allen recht zu machen. Dabei aber verspielen sie die Zukunft.

Meine Meinung ist: Es ist erträglich, wenn das Theater Augsburg wegen Baufälligkeit geschlossen werden muss. Aber vielleicht wächst die Patrizia weiter und sie kann das angrenzende Theater irgendwann als repräsentatives Empfangs- und Verwaltungsgebäude übernehmen. München ist nicht weit. Die Menschen, die sich eine Theaterkarte und einen Frack leisten können, werden auch noch eine Fahrt in der C- bis S-Klasse finanzieren können, um nach München zu kommen. Für Theaterfans unter Minderbetuchten gibt es auch die Bahn. Und in München wird ein gutes Theaterprogramm geboten! Durch die Besucher aus Augsburg würden sich vielleicht auch die kulturellen Angebote in München besser rechnen.

Bitte verstehen Sie mich nicht falsch. Ich selbst gehe hin und wieder gerne ins Theater. Übrigens auch oft in das Parktheater, das mehr oder weniger privatwirtschaftlich betrieben wird und sich bei einem Wegfall des Theaters Augsburg wahrscheinlich auch über eine bessere Auslastung freuen könnte. Wie gesagt: Ich bin kein Kulturbanause. Aber für mich ist angesichts der leeren Kassen in Augsburg das Theater ein Luxus, den sich die Stadt einfach nicht mehr leisten kann. Mir persönlich sind Bildung, Jugendarbeit, Integrationsarbeit, Alten- und Sozialhilfe, um nur ein paar Ressorts zu nennen, eindeutig wichtiger, als für eine immer kleiner werdende Gruppe von Bildungsbürgern den Service von öffentlichen Bühnen zur Verfügung zu stellen und jeden Theaterplatz auch durch Arbeiter und kleine Angestellte in Höhe von 70 bis 80 Euro mitfinanzieren zu lassen. 


Wem die Theaterkultur so am Herzen liegt, wie er vorgibt, der soll auch für eine Theaterkarte das Geld bezahlen, das ein freier Unternehmer verlangen müsste, damit sich sein Theater rechnet. Aber auch wenn CSU und FDP sonst viel von freiem Unternehmertum reden, hier fließt ihnen das Wort von der Privatisierung weniger elegant von Lippen - wenn es überhaupt zu hören ist.

Matthias Stöbener 22.12.2009, 21.49 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Twittern verboten

Weil der Grünen-Stadtrat Christian Moravcik auf Twitter live aus den Sitzungen des Stadtrats berichtet, hat die Augsburger Politik schwon wieder einen Aufreger, der die Deutschlandrunde macht. Politiker wie Bernd Kränzle (CSU) oder Christa Stephan (SPD) lehnen das Twittern aus dem Stadtrat ab. Nachdem Dr. Kurt Gribl (CSU) den Grünen-Politiker gebeten hatte, das Twittern aus dem Stadtrat zu lassen, dieser es aber als eine Möglichkeit verteidigte, der Abkehr von der Politik entgegenzuwirken, indem er jugendaffine Medien nutzt, stimmte der Stadtrat in einer öffentlichen Sitzung über das Twittern ab und verbot es vorerst.


Meiner Meinung nach stoßen hier politische Kulturen aufeinander und führen damit zum Konflikt: 

Auf der einen Seite steht das Denken, Politik ist Sache des Stadtrats und was da verhandelt wird, geht die Öffentlichkeit nur soweit etwas an, als es durch offizielle Erklärungen, Entscheidungen und Statements gefiltert an das Wahlvolk oder die Presse geht. Man könnte diese Position auch als rückwärtsgewandt, konservativ oder unserem bisherigen Demokratieverständnis entsprechend bezeichnen. 

Auf der anderen Seite bekommen es diese konservierenden Denkhaltungen immer mehr mit einem neuen Denken zu tun. Und damit kommen sie noch nicht zurecht - oder werden auch nie damit zurecht kommen und sich auf die Dauer damit selbst erledigen. Das neue Denken versteht Demokratie vor dem Hintergrund der Möglichkeiten, die eine globalisierte Informationsgesellschaft zur Verfügung stellt und arbeitet wie Moravcik damit. Kein Mensch, der - wie ich auch - Twitter nutzt, kann darin etwas Gefährliches erkennen - außer, dass Twitter die Macht der etablierten Medien und Institutionen aufbricht.

Und genau darum, denke ich, geht es Menschen wie Moravcik: Darum, dem Wahlvolk aus seiner Sicht Politik zu vermitteln. Mit ihnen in Interaktion zu treten, Entscheidungen des Stadtrats aus seiner Sicht transparent zu machen. Da kommen andere natürlich nicht mehr mit. Mit Twittern oder anderen Möglichkeiten der Interaktion machen sich Menschen wie Moravcik natürlich angreifbar, werden in Diskussionen gezogen, die sie nicht mehr allein steuern können. Die modernen Methoden der Kommunikation sind Risiko für Unternehmen, Parteien, Institutionen ... Und dieses Risiko wollen viele Rückwärtsgewandte nicht mehr eingehen.

Wie könnte ein Kompromiss zwischen beiden Richtungen aussehen? Zum Beispiel, dass aus einer öffentlichen Sitzung des Stadtrats getwittert werden darf und aus einer nichtöffentlichen eben nicht. Mal sehen, ob die Parteien zu einem Kompromiss in dieser Frage kommen.

Matthias Stöbener 19.12.2009, 09.57 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Namensrecht der Stadt Augsburg

In den letzten Tagen hat die Verwaltung der Stadt Augsburg für viel Wirbel in Deutschland gesorgt. Sie hat einen Blogger abgemahnt, der www.augsburgr.de als Domain registriert hatte und die Stadt fragte, ob er unter dieser Adresse bloggen dürfe. Statt einer Antwort JA oder NEIN bekam der Blogger eine Abmahnung, weil durch die Adresse angeblich das Namensrecht der Stadt verletzt sei. Nach bundesweiten Protesten in der deutschen Bloggerszene ruderte die Stadt zurück und der Oberbürgermeister versicherte dem Blogger, dass er auch die Anwaltskosten von etwa 1.900 Euro nicht zu zahlen brauche.


Zum rechtlichen Hintergrund: Zwar haben Städte ein Namensrecht, aber es genießt im Gegensatz zum Namensrecht einer natürlichen Person nur eingeschränkten Schutz, wenn man einem Düsseldorfer Gericht, das auf www.urteilsticker.de zitiert wird, glauben darf. Das Urteil klingt vernünftig und scheint einen Ausgleich der verschiedenen Interessen zu schaffen.

Es braucht viel Mut, heute ein Blog oder überhaupt eine Webseite im Netz zu betreiben. Ständig drohen Schwierigkeiten oder Abmahnungen. Das ist eine enorme Bedrohung der freien Meinungsäußerung und des Presserechts, denn nicht jeder Blogger oder Webseitenbetreiber kann sich die enormen Kosten von Abmahnungen leisten - und seien es nur die eigenen Anwaltskosten.

Wenn nun jemand über Augsburg und die Augsburger ein Blog oder eine Webseite betreibt, warum macht er das? Da gibt es sicher viele Gründe. Möglicherweise hat er sich über die Politik geärgert und will "denen da oben" die Meinung sagen. Vielleicht hat er gute Ideen, die er sonst nirgends unterbringen kann und dennoch an die Öffentlichkeit bringen will. Vielleicht ist er einfach nur eitel und will jedem zeigen: Schaut mal her, was ich für ein tolles Blog betreibe, was für eine tolle Webseite ich haben. Es gibt sicher auch Leute, die eine Augsburg-Seite aus Lokalpatriotismus betreiben, weil sie Augsburg lieben, weil sie sich für diese Stadt einsetzen wollen.

Kann man all diese Webseiten über einen Kamm scheren? Wäre es nicht ein bürgernaher Ansatz einer Stadt zu sagen: "Hallo Blogger, hallo Augsburger Webseitenbetreiber! Schön, dass ihr über Augsburg bloggt, über Augsburg schreibt. Wir laden euch ein zu einem großen Treffen der Augsburger Blogger und Webseitenbetreiber. Ihr stellt euch vor und sagt, was ihr macht und vielleicht können wir zusammen noch mehr für die Stadt Augsburg machen! Vielleicht gibt es Möglichkeiten der Zusammenarbeit, die wir jetzt noch gar nicht kennen. Wir finden es zwar nicht schön, dass wir die Deutungshoheit über die Stadt Augsburg aufgeben müssen und es heute nicht mehr nur die Stadthomepage gibt, aber wir freuen uns auf das Gespräch mit euch Bloggern und Webmastern der Stadt Augsburg. Ihr seid ein wichtiger Faktor für die Zukunft des Augsburger Wirtschaftslebens, die Augsburger Kultur, den Augsburger Tourismus. Und deshalb wollen wir gerne mit euch ins Gespräch kommen statt euch abzumahnen. Gerne auch kritisch. Wir wollen ja wie ihr, dass Augsburg besser wird, lebenswerter und anziehender."

Die Zeiten ändern sich. Was heute durch Abmahnungen und ähnliche Aktionen unterdrückt wird, das sucht sich in anonymen Foren seinen Ausdruck. Ich denke, so etwas schadet einer Stadt wie Augsburg mehr als ein offenes Gespräch oder ein offener Disput. Ich brauche dazu nur zu lesen, was Menschen in das Forum des SPIEGEL wegen der städtischen Abmahnung des Bloggers, der sich angeblich am Namensrecht der Stadt verging, über Augsburg geschrieben haben.

Matthias Stöbener 25.11.2009, 20.00 | (1/0) Kommentare (RSS) | (1) TB | PL

Augsburger Stadthomepage voller Werbung

Seit einiger Zeit ist auf dem Internet-Portal der Stadt Augsburg Werbung geschaltet. Die Sparkasse verspricht eine tolle Altersvorsorge, Allsecur wirbt mit günstigen Kfz-Versicherungen, Wüstenrot für billiges Baugeld. Und auch Google-Werbung, Werbung von Ligatus und anderen Werbenetzwerken ist auf den städtischen Webseiten zu lesen. Ganz toll finde ich die Werbung von eprimo, dem energiediscounter. Die Stadtwerke und Lechwerke werden sich sicher über diese Werbung auf den Seiten der Stadt freuen, denn man verspricht einen Wechselbonus von 100 Euro und dass der Strom von eprimo ganz toll billig ist.

Sicher, die Stadt ist klamm. Aber dennoch möchte ich die kritische Frage stellen, ob so viel Kommerzialisierung der städtischen Homepage sein muss. Wir kennen es ja schon von Zeitungen und Zeitschriften, dass die nicht mehr ganz objektiv sind, wenn es um negative Nachrichten über einen wichtigen Anzeigenkunden geht. Als Bürger erwarte ich von einer städtischen Webseite Unabhängigkeit oder sagen wir: wenigstens den Anschein von Unabhängigkeit. Die ist aber meiner Meinung nach nicht mehr gewahrt, wenn eine Stadt beginnt, Werbung auf ihren Webseiten zu schalten. Für mich ist das kein guter Stil. Schon die städtische Bürgerzeitung sucht sich über Werbung zu finanzieren. Auch das finde ich keinen guten Stil einer staatlichen Institution.

Und noch ein anderer Aspekt. Wenn ich einer der Chefs der Augsburger Allgemeinen wäre, würde mir dieses Vorgehen der Stadt Augsburg ganz schön deftig in der Nase kribbeln. Denn ein solches Verhalten der Stadt ist meiner Meinung nach gegenüber der Augsburger Allgemeinen, die ja ihre Dienstleistungen durch Werbung finanzieren muss, nicht fair. Die Stadt hat zudem den Vorteil, dass wir Bürger durch unsere Steuern ihre verschiedenen Dienstleistungen finanzieren oder sie Schulden machen kann, um solche Dienstleistungen zu finanzieren, ein Weg, der Unternehmern nur eine gewisse Zeit zur Verfügung steht, während der Staat oder eine Stadt eigentlich nicht bankrott gehen können.

Ich habe fast den Eindruck, die Stadt Augsburg "rüstet" ihre Webseite auf. Was ich damit meine? Es scheint, als ob die Stadt ihre Seite mit mehr Inhalten aufpeppt, fast erinnert mich die Stadthomepage schon an eine Zeitung. Da gibt es eine Rubrik "Aktuelles" und "Im Blickpunkt", Pressemitteilungen, einen Regioticker der AZ und einen Pressespiegel. Außerdem Baustelleninfos, Bildergalerien, eine Wetterstation, einen interkulturellen Stadtplan und und und. Selbst Podcasts des OB werden schon unter die User gestreut.

Wahrscheinlich wird die Entwicklung weitergehen. Das kann dazu führen, dass wir unsere Lokalnachrichten am Ende über die Homepage der Stadt beziehen. Ich bin gespannt, was sich die kreativen Köpfe in den Augsburger Amtsstuben noch alles einfallen lassen. Jedenfalls wird die Augsburger Medienlandschaft mit jedem Tag bunter. Nur die Frage, ob auf der Stadthomepage Werbung sein muss, sollten die Männer und Frauen im Rathaus meiner Meinung nach noch einmal überdenken.

Matthias Stöbener 08.11.2009, 14.33 | (0/0) Kommentare | TB | PL

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