Krach in der CSU
Ich habe den Eindruck, das Regieren fällt der CSU zunehmend schwer. Weder überzeugt mich ihr Augsburger Personal, noch überzeugen mich ihre bisherigen Augsburger Leistungen. Das schmerzt mich, weil ich glaube, Augsburg hätte etwas Besseres verdient, Politiker, die überzeugen statt andere zu demütigen, auszugrenzen, ihre eigenen Interessen gegen Einzelne und Personengruppen mit Macht durchzusetzen. Mich, als ehemaligen CSU-Anhänger schmerzt es besonders, den - wie ich meine - als Niedergang einer Partei zu bezeichnenden Stil des Umgangs mit der Stadt und den Menschen in ihr öffentlich ausgebreitet zu sehen.
Seit der gestrigen Meldung der AZ, dass Dr. Volker Ullrich, einer aus der jungen Garde der CSU, mit einem Rauswurf aus der Partei rechnen muss, scheint der Kampf der Herrschenden in Augsburg gegen Abweichler, Kritiker und Andersdenkende eine neue Dimension anzunehmen. Eine Dimension, die ich nicht mehr nachvollziehen kann.
Anscheinend ist die Augsburger CSU intern so kommunikationsunfähig, dass unterschiedliche Wahrnehmungen und Positionen nicht mehr parteiintern diskutiert und auf einen gemeinsamen Nenner gebracht werden können, sondern in die Öffentlichkeit getragen und dort stehen gelassen werden, bis Unversöhnlichkeit als Resultat dabei herauskommt.
Armes Augsburg. Du hast eine Regierung, der wohl selbst parteiinterne Kritik gegen den Strich geht. Eine Regierung, die Kritiker nicht als belebendes Element und Speerspitze des Aufbruchs wahrnimmt, um mit ihnen eventuell gemeinsame neue Lösungen für Probleme zu finden. Eine Regierung, die in der schwersten Wirtschaftskrise seit 1928 meiner Wahrnehmung nach mehr mit Interna beschäftigt ist als sich auf die Herausforderungen der nächsten Jahre für unsere Stadt und Region vorzubereiten. Jammerschade, die Vorgänge um Dr. Volker Ullrich und die CSU in Augsburg.
Offener Brief an Erwin Huber

Sehr geehrter Herr Huber,
wie ich erfahren habe, wollen Sie am 25. Oktober 08 als Parteivorsitzender der CSU zurücktreten. Wenn Sie sich bis dahin nicht wieder anders entscheiden, so haben Sie sicher ab diesem Termin mehr Zeit für andere Aufgaben.
Sollten Sie nach Ihrem Rücktritt manchmal ein paar Minuten Freizeit haben, in der Sie sich ehrenamtlich sozial engagieren möchten, hätte ich ein Angebot für Sie: Im
Augsburg-Wiki steht bis heute ein Artikel über die CSU aus. Schön wäre es, wenn Sie dafür eine allgemeine Einleitung und einen geschichtlichen Rückblick schreiben könnten. Hätten Sie das gemacht, könnte ich vielleicht ein Augsburger CSU-Mitglied finden, das bereit wäre, den Artikel mit Blick auf Augsburg zu ergänzen. Das wäre doch eine schöne Werbung für die CSU in Augsburg und könnte vielleicht mithelfen, ihren weiteren Niedergang aufzuhalten.
Das Angebot von meiner Seite aus steht, ich würde mich freuen, wenn Sie mithelfen könnten, die CSU in der Öffentlichkeit richtig darzustellen, gerade in dieser Zeit, da Ihre Partei so in Bedrängnis ist.
Mit freundlichen Grüßen aus Augsburg
PS: Wenn Sie nichts über die CSU schreiben möchten, könnten Sie sich auf für den Artikel "Bayern" engagieren. Ich selbst bin noch nicht dazu gekommen, dieses Stichwort zu bearbeiten.