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Tag: Bankenkrise

Es wird sich aber nichts ändern

Wenn ich die ARD-Nachrichten gestern um 20 Uhr richtig verstanden habe, will unsere Regierung nicht viel oder gar nichts an den Gesetzen ändern, die die Finanzwirtschaft regeln. Man müsse die Gesetze nur anwenden, so der Tenor, wie ich ihn verstanden habe. Allein DIE LINKE und die Grünen forderten auch Konsequenzen auf der Gesetzgebungsebene. Für mich als Bürger unglaublich, dass nur ein paar der so genannten Volksvertreter über weitergehende Konsequenzen, neue Gesetze usw. nachdenken. Begreife das, wer will.

Während Island vor der Pleite steht und die FAZ - sicher kein linkes Hetzblatt - in einem Artikel über die Situation in Island von den Verlockungen des internationalen Geldmarkts spricht, denen die isländischen Banken erlegen seien und bemängelt, dass die staatliche Bankenaufsicht versagt habe, ja sogar in Frage stellt, ob die rasanten Privatisierungen der letzten Jahre auf der Insel gut gewesen seien, kündigen hier in Deutschland alle Autobauer außer Audi Kurzarbeit, Stilllegungen der Produktion, niedrigere Löhne etc. an. Und daran hängen in Deutschland - wir wissen es - wieder so und so viele Arbeitsplätze. Und wetten: Den zurückgetretenen und noch zurücktretenden Bankenchefs geht es weiterhin ums Hundertfache besser als den Arbeitern von Opel, Ford, Mercedes, VW, Porsche etc., die zu Hause bleiben und auf Lohn verzichten dürfen.

Ist das eine christliche Gesellschaftsordnung? Oder ist diese Gesellschaftsordung wenigstens gerecht? Im Moment beschleichen mich als katholischen Theologen daran immer mehr Zweifel. Aber Hauptsache die CSU hat wieder einen starken Häuptling in Aussicht.

Matthias Stöbener 08.10.2008, 08.49 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Es muss sich etwas ändern

Es ist schon oft gesagt worden, aber um ins Thema zu kommen, wiederhole ich es noch einmal: Ich als Steuerzahler werde wahrscheinlich dafür bestraft, dass hochbezahlten Bankmanagern vom Staat geholfen wird, ihre Fehler zu richten. Die selben Leute, die sich immer schamloser selber honorieren und alles privatisieren wollten, rufen jetzt nach dem Staat, wollen jetzt an das Geld der Leute, die sie seit Jahren "abgebaut" haben.

wallstreet_bankenkrise.jpgFalls es die Kapitalisten noch nicht gemerkt haben sollten: Nach dem Untergang des Kommunismus steht jetzt auch ihr System zur Disposition. Und zwar weltweit. Wir Europäer lassen es uns nicht bieten, dass einige wenige Leute aus Profitgier und Rücksichtslosigkeit unsere Errungenschaften der letzten 200 Jahre zerstören. Und deshalb stehen in den Augen von vielen Menschen heute unsere jetzige Demokratie und unser Wirtschaftssystem zur Disposition.

Wissen Sie noch aus dem Geschichtsunterricht, was 1929 gekommen ist? Damals hatten wir eine ähnliche Finanzmarktkrise wie heute. Es kamen radikale Lösungen, radikale Parteien und radikale Kriege. Wahrscheinlich wird es nicht so weit kommen wie 1929. Aber schon jetzt wissen wir, dass die Konjunktur leidet, dass es uns bald schlechter gehen wird, dass Arbeitsplätze verschwinden und staatliche Konsolidierungspläne nicht umgesetzt werden können.

Und das, weil Banker versagt haben und plötzlich nicht einmal mehr Leute wie Josef Ackermann den so genannten Selbstheilungskräften des Marktes vertrauen.

Gut, wenn es jetzt keine andere Möglichkeit gibt, eine wichtige Bank wie die Hypo Real Estate in München zu retten, muss es halt sein. Aber ich als Bürger, mit dessen Geld das passiert, will, dass sich der Staat zukünftig mehr Mitsprache bei den Banken sichert. Ich will, dass die Risiken in Zukunft durch Gesetze begrenzt werden, dass es mehr Transparenz gibt, dass die Haftung von Bankern verbessert wird (Stichwort: Zugriff auf deren Vermögen!) und und und

Wenn die Politik jetzt nicht Klartext redet, wird sie genauso viel Kredit verspielen wie die Banken.

Das verwendete Bild stammt von Gerd Altmann / pixelio.de .

Matthias Stöbener 07.10.2008, 07.37 | (0/0) Kommentare | TB | PL

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