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Tag: Bayern 2008

Vernünftige Bayern

Die Bayern sind vernünftig. Sie haben die CSU auf 43 Prozent gestutzt. Wahrscheinlich können die Schwarzen mit diesem Ergebnis weiterhin regieren. Es ist davon auszugehen, dass sich für sie eine Koalitionspartei findet. Das scheint mir wahrscheinlicher als eine Regierung aus vier Parteien. Und so kann schon mal eine weitere Partei das Regieren üben, ob sie nun FDP oder FW heißt.

Wenn sich die Tendenz, dass die so genannten Volksparteien immer kleiner werden, auch in Zukunft fortsetzt, erreicht die CSU bei der nächsten Wahl vielleicht noch um die 30 Prozent und DIE LINKE um die 10 Prozent. Vielleicht gibt es bis dahin noch eine Partei der Lohas oder der Globalisierungsgegner, die zwischen 5 und 10 Prozent landet - und dann wird die CSU mit zwei weiteren Partnern regieren müssen - wenn sich nicht sogar Mehrheiten ohne sie zusammenfinden.

Was wir gestern erlebt haben, ist meines Erachtens ein historisches Datum und der Anfang vom Ende der letzten großen Volkspartei. Wir werden in Zukunft mit mehr Parteien leben, weil die Menschen in Zeiten des Internets nicht mehr so einfach zu beeinflussen sind wie früher durch das Fernsehen. Die Menschen werden in Zukunft noch individueller denken lernen - und das fördert auch den Zerfall der großen Volksparteien. Ob das gut oder schlecht ist, kann man jetzt noch nicht sagen.

Im Moment kann man zunächst einmal nur das Ende einer übermächtig erscheinenden Staatspartei feiern, die unendlich weit, so scheint es mir, vom Volk entfernt agierte. Die Bayern haben die CSU noch so stark bleiben lassen, wie es nötig ist, dass Bayern ohne große Friktionen in die neue Ära einer noch weiter differenzierten Parteienlandschaft hinübergleitet. Das ist hohe politische Vernunft. Ein Lob den Bayern!

Das verwendete Bild stammt von Gerd Altmann / pixelio.de .

Matthias Stöbener 29.09.2008, 08.00 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Pro Sprecher 200 Zuhörer

Die CSU in Augsburg scheint schon bessere Zeiten erlebt zu haben. Da kommen Herr Beckstein und Herr Huber gestern extra aus München, um auf dem Augsburger Rathausplatz zu reden - und nur 400 Augsburger Zuhörer gehen hin. Laut Augsburger Allgemeine. Die DAZ spricht von 500. Beide Infoquellen berichten, dass darunter einige junge "Störer" gewesen sein sollen. Also waren es vielleicht gar nicht 400 oder 500 Fans der CSU, sondern noch weniger, die gekommen waren. Aber gehen wir mal davon aus, dass 200 Augsburger wegen Herrn Beckstein gekommen sind und 200 wegen Herrn Huber.

Das ist meiner Meinung nach recht wenig in einer Stadt mit 270.000 Einwohnern. Woran das wohl liegen mag? Hat das Interesse an dieser Partei so abgenommen? Oder nur an den beiden Oberhäuptern? Vielleicht ist die Partei auch nicht mehr "in", wie man heute so schön sagt. Jede Zeit hat ihre Trends. Und Parteien kommen und vergehen, haben Höhe- und Tiefpunkte. Oder die Leute sind es Leid, ewig die gleichen Parolen oder Antworten auf Fragen zu hören, die sie nicht gestellt haben. Jedenfalls scheint mir, dass eine Zahl von 400 oder 500 Zuhörern, darunter noch einige Störer, nicht dafür spricht, dass die CSU noch die Volksverbundenheit hat, für die sie früher einmal bekannt war.

Und in zwanzig Jahren erzähle ich vielleicht mal meinen Enkeln, dass es früher eine Partei gab, die CSU hieß und deren Mitglieder "Die Schwarzen" genannt wurden. Bei der Vorstellung wird mir bewusst, was Geschichte ist.

Matthias Stöbener 23.09.2008, 22.35 | (0/0) Kommentare | TB | PL

CSU-Spartag

Bald ist wieder Weltspartag. Im Oktober. Ich erinnere mich noch, dass ich als kleiner Sparfuchs jedes Jahr mit meiner Spardose an diesem Tag auf die Sparkasse trabte, die Dose dort leeren ließ und mir dabei kleine Geschenke abholte. Mal war es ein Lineal, ein anderes Mal ein Bleistift mit Radiergummi oder auch einmal ein Block, auf dem das Sparkassen-Zeichen in Rot prangte.

Man kann aber nicht nur Geld sparen. Ominöse graue Herren in dem Roman "Momo" von Michael Ende versuchen Menschen dazu zu überreden, Zeit zu sparen, um später mehr Zeit zu haben. Eine Mogelrechnung, wie sich herausstellt. Und dann gibt es da noch schlaue Manager, Geschäftsführer und Firmenbosse, die mit einem Geldkoffer nach Liechtenstein fahren und auf diese Weise Steuern sparen. Schade, dass die Fahrten dorthin noch nicht steuerlich absetzbar sind, auch nicht, wenn sie dabei einen Dienstwagen nutzen.

Auch ich will jetzt mal sparen! Am Tag der bayerischen Landtagswahl. An dem Tag spare ich es mir nämlich, die CSU zu wählen. Sprich: Ich erkläre den 28. September zu meinem persönlichen CSU-Spartag.




Das verwendete Bild stammt von Klaus-Uwe Gerhardt / pixelio.de .

Matthias Stöbener 13.09.2008, 08.52 | (1/0) Kommentare (RSS) | (1) TB | PL

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