Blog Augsburg - Augsburg und Augsburger im Blog





Bloggernetz - der deutschsprachige Pingdienst
Bloggeramt.de
Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de
Blogs
Blogverzeichnis

Blogeinträge (Tag-sortiert)

Tag: Jugendgewalt

Mehr Sicherheit!

Rechtzeitig vor der Bundestagswahl passierte Solln. Und in Augsburg wurden ebenfalls Menschen verprügelt Gott sei Dank ohne Todesfolge. Die Augsburger Allgemeine versäumt es nicht, fast jeden Tag einen Artikel zu bringen, wie die Gewalt in unseren Städten, besonders in Augsburg, zunimmt. Schon in der Vergangenheit räumte das Blatt viele Seiten der Berichterstattung über die »schwierigen« Verhältnisse in der Maximilianstraße ein. Solche Ereignisse, solche Zustände machen Angst. Und diese Angst spielt den Parteien in die Hand, die mehr Sicherheit durch mehr Überwachung verlangen.

Sicher kann man Stadtbrennpunkte durch Kameras überwachen. Aber wollen wir ernsthaft eine Vollüberwachung unseres Lebens? Die bräuchten wir nämlich, wenn in der Eichenstraße in Haunstetten ein Familienvater verprügelt wird. Aber dann wird auch protokolliert, wenn Herr Müller seine Geliebte Frau Maier besucht und Erna S. den Hund gassi führt. Wenn man Parteien wählt, die mehr Überwachung durch Kameras fordern, muss man zu einer solchen Vollüberwachung des Lebens JA sagen. Auch wenn man am Ende dennoch nicht jeden Winkel ausleuchten kann.

Aber gibt es keine anderen Wege mit Gewalt umzugehen? Wieso gibt es Gewalt? Vielleicht fehlen gute Vorbilder. Vielleicht machen es sich Eltern und Gesellschaft mit Kindern und Jugendlichen zu leicht. Vielleicht werden in den Medien die falschen Werte vermittelt. Ich will nur anregen, einmal tiefer über die Ursachen von Jugendgewalt nachzudenken.

Bestrafung für gesellschaftswidriges Verhalten muss sein. Die Strafe muss dem Verhalten gegenüber angemessen sein und schnell erfolgen. Und die Gesellschaft muss Jugendlichen durch überzeugende Personen klarmachen, dass gewalttätiges Verhalten Ausdruck von Hilflosigkeit und Dummheit ist. Jugendlichen müssen positive Wege aufgezeigt werden, wie sie ihre Konflikte konstruktiv bewältigen können.

Ein solches Vorgehen ist viel anstrengender als Kameras aufzubauen. Aber glauben wir wirklich, dass uns Kameras an allen Ecken und Enden diese Mühe ersparen? Mehr Sicherheit, das meine ich, ist durch mehr Ausgaben in Sozialpädagogen und Psychologen an Schulen zu gewinnen. Jedenfalls wäre das ein erster Schritt, Jugendlichen in ihrer anscheinend immer schwerer werdenden Sozialisation zu helfen. Das Schlagwort »Mehr Sicherheit« zu plakatieren reicht gewiss nicht.

Matthias Stöbener 24.09.2009, 07.23 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Augsburg: Zu gefährlich für meinen Bruder

Früher kam mein Bruder sehr gerne zu Besuch nach Augsburg. Hin und wieder sogar für mehrere Übernachtungen. Die Augsburger Hotellerie hat schon manchen Euro an ihm verdient. Vor Weihnachten wollte er den Christkindlesmarkt besuchen, aber jetzt hat er seinen Besuch aufgrund der Berichterstattung der Augsburger Allgemeinen zur Maxstraße abgesagt. Begründung: Augsburg sei ihm im Moment zu gefährlich. Wenn sich sogar der Augsburger Ordnungsdienst vor Betrunkenen in Augsburg fürchte, sei das im Moment nicht das richtige Pflaster für ihn.

Wie bitte? fragte ich. Lies doch mal selbst. Am 9. Dezember hat eure Augsburger Allgemeine über die schlimmen Zustände berichtet, seine Antwort. Weil ich diese Zeitung kaum mehr lese, hatte ich natürlich auch dieses Bravourstück der schwäbisch-bayerischen Berichterstattung nicht mitbekommen. Also flugs ins Internet und dort gelesen.

In der Tat: Da schreiben ein Herr Faulhaber und ein Herr Krog, dass sich die Mitarbeiter der Stadt vor dem Einsatz auf der Augsburger Prachtstraße fürchten, weil er ein hohes Konfliktpotenzial beinhalte. Und der Gesamtpersonalratsvorsitzende habe sogar an die Fürsorgepflicht der Stadt appelliert, den Ordnungsdienst nicht auf der Maxstraße einzusetzen. Wer aber sonst soll die nächtlichen "Alkohol- und teilweise auch Gewaltexzesse", wie unsere Heimatzeitung schreibt, in den Griff bekommen? Die Polizei drängt sich ebenfalls nicht vor, diese Aufgabe zu übernehmen, wenn man der Augsburger Allgemeinen glauben darf. Muss man also den Bundesgrenzschutz auffahren lassen? Oder die Bundeswehr (dann, wenn sich Herr Schäuble durchgesetzt hat und sie im Innern eingesetzt werden darf)? Vielleicht könnten uns UNO-Blauhelme helfen oder Nato-Truppen wie im Irak und in Afghanistan?

Ich muss schon sagen: Ich habe bisher überhaupt nicht gewusst, in welcher Gefahr ich geschwebt habe, wenn ich samstags abends über die Maxstraße geschlendert bin. Noch vor zwei Wochen erschien sie mir ganz friedlich und einladend, als ich Richtung Sankt Ulrich schlenderte. Gut, es war erst elf Uhr, nicht nachts um drei oder vier. Ich werde also angesichts des brutalen Pflasters in Zukunft die Maxstraße meiden. Vielleicht sogar die Innenstadt, denn wenn die Ordnungs-Einsatztruppen die Maxstraße doch irgendwann "sauber" bekommen, wird sich das jugendliche Gesocks samt den alkoholisierten Schlägerbanden sicher auf andere Teile der Innenstadt versprengen. Dann ist in Augsburg niemand mehr sicher.

Wenn ich so darüber nachdenke, kann ich gut verstehen, dass mein Bruder nicht nach Augsburg kommen will. Vielleicht sollte auch ich mein Einkaufs- und Freizeitverhalten umstellen und in einer weniger aggressiven, ruhigeren Stadt wie etwa München mein Vergnügen suchen. München ist ja eine Weltstadt mit Herz. Augsburg anscheinend eine Provinzstadt mit Schmerz.


Matthias Stöbener 11.12.2008, 08.35 | (0/0) Kommentare | TB | PL

RSS 2.0 RDF 1.0 Atom 0.3
Blog Augsburg - Augsburg und Augsburger im Blog
Suche
Es wird in allen
Einträgen gesucht.
Letzte Kommentare:
Hermann Schwiebert:
Also, ich würde schon Geld locker machen, sin
...mehr

Erich Zimmermann / Tel 08271 5735:
von mitspieltheater@googlemail.comKOSTENLOS
...mehr

Zelina:
gibt es auch eine ungefähre hausnummer an mon
...mehr

Martin:
Tatsächlich, sehr unpassende Äußerung bzgl. d
...mehr

Erich Zimmermann:
Wir sammeln konstruktiv Geld gegen die Pleite
...mehr