
Blogeinträge (Tag-sortiert)
Tag: Königsplatz
Spannendes Preisgericht über den Königsplatz-Ideenwettbewerb
Morgen und Übermorgen sind wichtige Tage für die Geschichte der Infrastruktur in Augsburg. Erinnern Sie sich: Es gab letztes Jahr einen Bürgerentscheid, der von der Augsburger CSU unterstützt wurde. Der Text lautete: »Sind Sie dafür, dass der Augsburger Stadtrat dem Umbau des Königsplatzes erst dann zustimmt, wenn er seiner Entscheidung Planungen zugrunde legen kann, die von unabhängigen Fachleuten in einem offenen Wettbewerb entwickelt werden, der ein Gesamtkonzept für den künftigen innerstädtischen öffentlichen Personennahverkehr und den motorisierten Individualverkehr zum Inhalt hat?"
Weil dieser Bürgerentscheid Erfolg hatte, gab es eine Wettbewerbsausschreibung mit folgendem Wortlaut: »Im Rahmen der Erarbeitung eines integrierten Konzepts für Stadtraum und Mobilität kann im Ideenwettbewerb von den vom Stadtrat beschlossenen Randbedingungen zur unterirdischen Straßenbahnhaltestelle am Hauptbahnhof nur dann abgewichen werden, wenn der Wettbewerbsteilnehmer einen Lösungsansatz entwickelt, der wesentliche städtebauliche und verkehrliche Vorteile bietet. Es wird eine nachvollziehbare Begründung und eine Darlegung der Vorteile des entwickelten Mobilitätskonzepts erwartet. Abweichende Lösungen führen nicht zum Ausschluss aus dem Wettbewerbsverfahren."
So, Morgen und Übermorgen ist also der Tag der Wahrheit. Da tagt nämlich das Preisgericht zu dem Ideenwettbewerb. Ich bin gespannt. Denn: Vor dem Bürgerentscheid haben viele - unter anderem die CSU - gesagt, es gäbe bessere Lösungen, die ohne Zeitverzögerung und Gefährdung der Zuschüsse umgesetzt werden könnten. Meine Frage: Werden Morgen und Übermorgen wirklich bessere Lösungen vorgestellt als die von der alten Stadtregierung vorgeschlagenen? Im Falle der Linie 6 hat sich meiner Meinung nach durch die »gefühlte« Vierspurigkeit nichts Wesentliches gegenüber den alten Planungen geändert. Mal sehen, welche Alternativen wir Morgen und Übermorgen zum Gleisdreieck am Königsplatz zu sehen bekommen.
Die CSU hat ja auf früheren Wahlplakaten eine Untertunnelung gefordert. Von dieser Forderung habe ich aber nach dem Wahlkampf nichts mehr gehört. Warum eigentlich? Das wäre doch wirklich ein großer Wurf für Augsburg!
Matthias Stöbener 03.02.2009, 08.34 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Königsplatz zum Vorzeigen
Schon länger hatte ich mit dem Artikel zum Königsplatz in Augsburg begonnen. Der Königsplatz ist zum großen Thema in Augsburg geworden. Spätestens seit den Diskussionen über die Mobilitätsdrehscheibe. Immer wieder dachte ich: Den Königsplatz-Artikel im Augsburg-Wiki solltest du jetzt endlich mal fertig schreiben. Aber dann hatte ich Schiss davor, weil ich - ehrlich gesagt - schon seit längerem nicht mehr durchblicke, wer was und wann am Königsplatz will und was der Stand der Planungen ist.
Seit der letzten Kommunalwahl drängt sich mir der Eindruck auf, dass Stillstand herrscht, dass die Regierenden mit dem Problem, an dem der Regenbogen gescheitert ist, auch nicht weiterkommen (oder weiterwollen). Und leise, ganz leise rudern sie zurück auf Positionen, die wir schon hatten.
Im Augsburg-Wiki habe ich versucht, diese neuen Entwicklungen mit den geschichtlichen Hintergründen des Königsplatzes, seiner Entstehung und der verschiedenen Planungen in Verbindung zu bringen. Ob mir das gelungen ist? Bitte beurteilen Sie, beurteilt ihr! Anregungen und Kritik sind willkommen.
Der Königsplatz im Augsburg-Wiki
Matthias Stöbener 08.06.2008, 12.10 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Dumme Wähler
Gestern hatte Augsburg einen Bürgerentscheid. Es ging um die Maßnahmen zum Umbau des Königsplatzes im Zusammenhang mit der geplanten Mobilitätsdrehscheibe Augsburg. Das Ergebnis war eindeutig: Die 25 Prozent der Wahlberechtigten, die wählten, sprachen sich gegen die von SPD, Grünen und den Stadtwerken vorgeschlagene Königsplatz-Lösung aus.
Dass das zum Frust bei den Vertretern der SPD, der Grünen und der Stadtwerke führen muss, ist klar. Aber müssen deshalb gleich die Wähler für dumm hingestellt werden. Die Augsburger Allgemeine von heute beschreibt auf Seite 44 die Reaktionen einzelner Politiker und Akteure. Karl-Hein Schneider, der SPD-Fraktionschef wird mit den Worten zitiert: "Das Ergebnis ist ausgesprochen unerfreulich, weil ich überzeugt bin, dass viele Menschen wegen der komplizierten Fragestellung gegen ihre Überzeugung gestimmt haben."
Also: Objektiv unerfreulich ist das Ergebnis, weil es mit der subjektiven Überzeugung des Herrn von der SPD-Fraktionsspitze nicht übereinstimmt. Toll! Und: Die Frage war zu kompliziert für die wohl zu dummen Augsburger Wähler. Denn hätten die Augsburger Wähler die Frage richtig verstanden, hätten sie ja die Linie der SPD vertreten. Da sie die Frage aber wohl nicht verstanden, müssen die Augsburger Wähler wohl dumm sein. Welche Haltung drückt der SPD-Mann hier seinem Wahlvolk gegenüber aus?
Ähnlich wird auch der Grünen-Fraktionschef Dieter Ferdinand zitiert: "Ich bin überrascht vom Ergebnis, die Fragestellung ist schuld daran." Und auch der Stadtwerke-Chef Norbert Walter meint laut Augsburger Allgemeine: "Und sie wissen nicht, was sie tun ... Wäre die Formulierung der Frage anders gewesen, hätte es ein anderes Ergebnis gegeben."
Auf die Idee, dass die meisten der Leute, die gewählt haben, den Königsplatz anders gestaltet sehen wollen als die derzeitige Stadtregierung, kommt keiner der Herren. Warum fehlt Politikern die Selbstkritik?
Matthias Stöbener 26.11.2007, 10.35 | (0/0) Kommentare | TB | PL




