
Blogeinträge (Tag-sortiert)
Tag: Kinder
Missbrauch von Kindern in der katholischen Kirche
Natürlich mache ich mir als katholischer Theologe viele Gedanken über die Missbrauchsfälle in der Kirche, die jetzt überall in Deutschland geortet werden anscheinend auch in der Diözese Augsburg. Um im Bild zu sprechen: Es ist, also ob Dreckwasser durch die Kanalisation aus dem Spülbecken hochdrückt, weil die Kanalisation den Dreck nicht mehr aufnehmen kann.
Woher kommt der ganze Dreck? Meiner Meinung nach wird in der Ausbildung von katholischen Theologen über manches menschliche Defizit hinweggesehen, weil der Priestermangel in Europa die Spirituale und Vorgesetzte gnädig mit Kandidaten für den Priesterberuf stimmt, die eigentlich keine Berufung haben. Zu oft wird meiner Meinung nach in der katholischen Priesterausbildung der alte scholastische Grundsatz »Die Berufung setzt die Natur voraus« nicht beachtet. Es wird zu wenig auf die menschliche Natur der Kandidaten gesehen. Ich spreche aus Erfahrung, stand ich doch selbst kurz vor der Priesterweihe, ohne eine Berufung dazu gehabt zu haben. Und doch hätten mich meine Oberen zum Priester geweiht, wenn ich nicht selbst ein Jahr vor dem Ereignis dahinter gekommen wäre, dass ich den Zölibat nicht leben kann.
Ob der Zölibatszwang für Priester heute noch angemessen ist, kann ich nicht beurteilen. Ob der Zölibat Kindesmissbrauch fördert, wage ich auch nicht zu entscheiden, dazu fehlen mir die Vergleichszahlen zu Familien. Meiner Meinung nach sollte die katholisches Kirche heute aber ernsthaft darüber nachdenken, den orthodoxen Weg zu gehen, also sowohl verheiratete Priester wie zölibatäre Mönche zu fördern. Es gibt meiner Meinung nach keinen theologischen Grund, warum ein Priester unverheiratet leben muss. Und ich glaube nicht, dass ein orthodoxer Priester weniger für den Glauben leisten kann, weil er verheiratet ist. Dies zu behaupten, wäre schon recht arrogant.
Sollte die katholische Kirche dahin zu kommen, das im Mittelalter eingeführte Zölibat aufzuheben, wären natürlich nicht alle Probleme gelöst. Dass jemand versagt, dass die Kirche eine Gemeinschaft von Sündern ist, steht außer Frage. Das Schlimme am Verhalten der katholischen Kirche bisher ist das Verdrängen des Versagens ihrer Mitglieder oder Repräsentanten. Da muss sich gewaltig etwas ändern. Die Gesellschaft kann weder in islamischen Gemeinschaften noch in der katholischen Kirche rechtsfreie Räume dulden, in denen diese Gruppen glauben ihre Probleme selbst lösen zu können.
Matthias Stöbener 13.03.2010, 12.23 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Tabula Peutingeriana etc.
Wieder sind neue Artikel im Augsburg-Wiki zu vermelden. Darunter einige, für die ich tagelang recherchiert habe und hoffentlich alles gefunden habe, was dazu berichtet werden muss. Besonders stolz bin ich über den Artikel zur Tabula Peutingeriana. Hier die Artikel im Einzelnen:
Matthias Stöbener 16.03.2009, 09.23 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Leben ohne Dich
Gestern abend bei Anne Will. Thema Suizid. Bischof Mixa aus Augsburg: Selbsttötung ist Sünde. Aber urteilen darf man nicht. Das darf nur Gott. Ich gehe sogar noch weiter und sage: Gott urteilt auch nicht. Und vor allem: Er verurteilt nicht. Verurteilen - das machen wir Menschen. Und die katholische Kirche hat es fast 2000 Jahre getan. Zeit damit aufzuhören und den Suizid endlich als das anzuerkennen, was er im Regelfall ist: Ausdruck einer schweren Krankheit namens Depression.
Matthias Stöbener 13.01.2009, 07.32 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL
Pflichtbesuch für Augsburger
Schon vorgestern Abend kam die Verwandtschaft an. Mein jüngster Bruder mit Frau und Sohn. Ich hatte sie schon lange nach Augsburg eingeladen. Dieses Jahr wurde ihr Sohn fünf - das richtige Alter, um das Legoland in Günzburg zu besuchen.
Ich war zuvor noch nie im Legoland. Freunde gaben uns den Tipp, möglichst früh dort zu sein, um nicht in den Menschenmassen unterzugehen. Um 10 Uhr öffnet das Legoland, fünf Minuten später waren wir dort. Es war schon ordentlich was los. Ganz billig ist das Vergnügen des Besuchs nicht, mussten wir schon an der Kasse feststellen. Aber - ich darf vorgreifen - die Ausgaben haben sich gelohnt. Das Legoland ist für Kinder wirklich ein tolles Erlebnis. Ich war überrascht, wie groß das Gelände ist, wie viel dort Kindern geboten wird und mit welcher Unaufgeregtheit und Gelassenheit alles abläuft.
Kaum hatten wir den Kassenbereich hinter uns, ging´s auch schon los mit dem Abenteuer. In der Lego City erwartete uns ein Flughafen, wir konnten eine Hafenrundfahrt machen, eine Fahrschule und die Lego-Fabrik besuchen sowie den Legoland-Express besteigen. Im Land der Ritter gab es ein Turnier, einen Raupenritt, die Drachenjagd, den Feuerdrachen und die Kinder konnten nach Gold schürfen. Toll auch das Tret-o-Mobil, das Bau- und Testcenter, der DUPLO-Express, der Spielplatz, der Wasserspaß-Bereich, der Aussichtsturm und vieles mehr. Im Land der Abenteuer können die Kleinen eine Dschungelexpedition, eine Kanu-Expedition, eine Safari-Tour und verschiedene Spiele machen, die viel Spaß machen. Der Höhepunkt des Legolandes war für meinen Neffen das Land der Piraten, wo er sich an Käpt´n Nicks Piratenschlacht beteiligen konnte, eine Piratenschule besuchte und Wasserbomben von einem Katapult schleuderte.
Mehr möchte ich gar nicht verraten. Wir blieben den ganzen Tag im Legoland und noch heute erzählt mein Neffe mit glänzenden Augen von gestern, den Achterbahnen, den Fahrgeschäften, den Städten, die aus Lego-Steinen gebaut sind und dem Spaß bei den Piratenschlachten. Ich kann nur empfehlen, das Legoland zu besuchen. Wenn man in Augsburg und Umgebung wohnt, ist es ein Pflichtbesuch, vor allem, wenn man Kinder hat. Aber auch Erwachsene kommen auf ihre Kosten. Ich habe mich keine Sekunde gelangweilt.
Gespannt bin ich, ob das Historische Bürgerfest heute nachmittag meinen Neffen noch mehr beeindruckt. Jedenfalls bin ich sicher, dass er Augsburg in bester Erinnerung behalten wird.
Matthias Stöbener 02.08.2008, 11.18 | (1/1) Kommentare (RSS) | TB | PL
2. Etappe Augsburg
Heute will ich ein bisschen Werbung machen. Für die Regenbogenfahrt der Deutschen Kinderkrebsstifung.
Vor 15 Jahren wurde in Hannover die Regenbogenfahrt zum ersten Mal gestartet. Die Wegstrecke führte die 17 jungen Teilnehmer damals unter dem Motto »Fahrt auf dem Regenbogen für Hoffnung auf Heilung bei Krebs« von der niedersächsischen Landeshauptstadt nach Dresden. Nicht ohne Grund war diese Wegstrecke gewählt worden, da Patienten in den neuen Bundesländern darüber klagten, dass sie in Schule und Beruf mit vielen Vorurteilen zu kämpfen hatten. Denen sollte die Fahrradtour ein Stück entgegenwirken.

Letztes Jahr legten 40 junge ehemalige Krebspatienten stolze 560 Kilometer auf dem Fahrrad zurück. Diesmal sind es vom Start in München am 22. August bis zum Ziel in Freiburg, das die Teilnehmer am 31. August erreichen wollen, gerade einmal 10 Kilometer weniger. Eine echte sportliche Herausforderung, zumal das Profil der Strecke einige Höhenmeter ausweist. Die Fahrt soll betroffenen Kindern und Eltern Mut machen und der Öffentlichkeit demonstrieren, dass auch nach einer Krebserkrankung sportliche Höchstleistungen möglich sind.
Augsburg ist die zweite Station der Route. Traditionell werden dabei an der Wegstrecke liegende Behandlungszentren für krebskranke Kinder angesteuert, um den jungen Patienten zu zeigen: »So wie wir könnt ihr es auch schaffen!« Aus eigener Erfahrung wissen die Teilnehmer nämlich nur zu gut, wie wichtig Hoffnungszeichen sind, um die schwierige Zeit der Therapie besser zu überstehen.
Um 8 Uhr fahren die Regenbogenfahrer in München ab. Nach 90 Kilometern wollen sie gegen 15:30 Uhr in Augsburg sein und an der Kinderklinik für Kinder und Jugendliche des Klinikums Augsburg (1. OG in Haus 2) ankommen. Übernachten wollen die Fahrtteilnehmer in der Jugendherberge Augsburg.
Für die Fahrt braucht die Kinderkrebsstiftung natürlich noch Geld. Wie Bürger der Fuggerstadt für die Fahrt spenden können, erfahren Sie hier:
Regenbogenfahrt
Matthias Stöbener 24.07.2008, 07.36 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Straßenkinder in Augsburg
Jetzt gibt es auch in Augsburg Straßenkinder. Der Augsburger Sozialreferent Konrad Hummel soll laut Augsburger Allgemeine »ein bisschen besorgt« sein. Das Univiertel ist als Brutstätte der Augsburger Straßenkids ausgemacht. Etwa 100 Kinder und Jungendliche zwischen 6 und 19 Jahren sollen es sein, die sich nach der Schule auf den Straßen des Univiertels rumdrücken. Migrantenkinder. Kinder von Russlanddeutschen. Na, die machen ja immer Probleme. Warum hat Dr. Kohl die Leute geholt? Damit wir sie heute auf der Straße haben, der Polizei nicht die Arbeit ausgeht? Packen wir sie doch alle in einen Bus und schicken den Bus nach Ludwigshafen in das Villenviertel, wo der Doktor mit seiner jugendlichen blonden Begleiterin seinen Lebensabend genießt! Warum sollen wir in Augsburg das ausbaden, was die Politiker von CDU und CSU uns in den 80er und 90er Jahren eingebrockt haben? Gegen einen Ausflug mit dem Bus nach Ludwigshafen werden die armen Straßenkinder russlanddeutscher Immigranten doch wohl nichts einzuwenden haben? Wenn man ihnen mal Deutschland zeigt
Natürlich werden die Augsburger Problemkids Dr. Kohl nicht vor die Tür gefahren. Stattdessen gründet Herr Hummel ein neues Projekt »Pro Kids«, in das meine Steuergelder fließen.
Und an der Blériotschule soll ein Jugendhaus angebaut werden, um die Kinderchen ein bisschen unter Kontrolle zu bringen. Es geht darum, wie es Schulreferent Schramm laut Augsburger so schön ausdrückt, »rechtsfreie und schulferne Räume zu verhindern und die Kinder von der Straße zu holen«. 120.000 Euro in 2008 und 2009 sollen für »Pro Kids« ausgegeben werden. Man hofft auf die Unterstützung der Landsmannschaft der Russlanddeutschen in Augsburg. Na dann hoffen wir mal mit den städtischen Behörden.
Ich schlage hier noch andere Lösungsmöglichkeiten vor: Jedesmal, wenn ein Problemkind auffällt und die Polizei oder andere Institutionen eingreifen müssen, sollte man eine Rechnung an die Eltern des Kindes schicken. Vielleicht würden die dann lernen sich um die Kinder zu kümmern. Warum soll ich als arbeitender Bürger für die Versäumnisse anderer aufkommen?
Matthias Stöbener 25.12.2007, 12.52 | (3/2) Kommentare (RSS) | TB | PL




