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Tag: Puppenkiste
Immer wieder Augsburg
Gerade haben uns mein Bruder, seine Frau und mein Neffe verlassen. Es waren wunderschöne Tage mit Ihnen. "Willst du uns denn wieder mal besuchen?", fragte ich meinen fünfjährigen Neffen. "Ja", meinte er, "klar komme ich bald wieder nach Augsburg." Dieser Satz meines Neffen hat mich sehr gefreut. Noch heute morgen unterhielten wir uns beim Frühstück über die Stadt Augsburg und was sie gerade Familien mit Kindern bietet. Mein Bruder meinte, er wäre nie auf die Idee gekommen, mit seiner Familie einen Kurzurlaub in Augsburg zu machen, wenn ich ihn nicht eingeladen hätte. "Ich wusste gar nicht, was Augsburg gerade auch Familien mit Kindern bietet und dass die Stadt ein idealer Ausgangspunkt für Familienferien ist."
Jedenfalls hat sich mein Neffe keine Sekunde gelangweilt. Gestern bummelten wir vom Dom bis nach Sankt Ulrich durch die Stadt. Der Goldene Saal im Rathaus hat ihn beeindruckt, die verwinkelten Gassen der Altstadt, das Straßenbahnfahren - und selbst in den Kirchen machte er interessiert mit, wenn man ihm Einzelheiten kindgemäß erklärte.
Klar, dass wir in das Augsburger Puppenkisten-Museum gingen. Eine Schande, dass ich es seit der Eröffnung noch nicht geschafft hatte, das Museum zu besuchen und erst mein Bruder mit Familie kommen musste, damit wir, also meine Frau und ich, diese kindliche Phantasiewelt besuchten. Ein einmaliges Museum, in dem auch Erwachsene leicht wieder an ihre Kindheitserinnerungen herankommen. Ich kann nur sagen: Besuchen, unbedingt besuchen! Das Museum wird von einem Verein geführt und ist mit so viel Liebe gestaltet, wie ich es selten in einem Museum gefunden habe.Anschließend besuchten wir das Historische Bürgerfest. Ich glaube, ich brauche nicht viel zu erzählen. Jeder kann sich vorstellen, welche leuchtenden Augen ein Kind von fünf Jahren bekommt, wenn es zwischen Rittern und Reitern, mittelalterlich gekleideten Handwerkern, Hexen und Gauklern herumspaziert, Schwertkämpfen zusieht und ein Ritterturnier mit allem Drum und Dran erlebt. Als Erwachsener muss ich sagen, dass dieses Fest in den Wallanlagen mit einem unvorstellbaren Aufwand betrieben wird und ich höchste Achtung vor den Organisatoren des Spektakels habe. So etwas auf die Beine zu stellen, ist nicht ohne. Und mein Bruder meinte, er habe zwar auch schon einige solche Mittelalterfeste besucht, aber noch nie ein so großes und gut organisiertes gesehen.
Ich bin sicher, es war nicht das letzte Mal, dass uns die Verwandtschaft aus der Pfalz in Bayerisch-Schwaben besucht - oder wie mein Bruder sagen würde: überfällt.
Matthias Stöbener 03.08.2008, 13.49 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Ende der Kindheit
Die Augsburger Puppenkiste ist die bekannteste Augsburger Leistung. Wer außerhalb von Augsburg wohnt, kennt zumeist die Augsburger Puppenkiste, die viele von uns während der Kindheit begleitet hat. Unvergesslich die Momente, wenn sich die Kiste auf der zu meiner Zeit noch schwarzweißen Flimmerscheibe öffnete und Kater Mikesch, das Maunzerle, Ping Pinguin und Co. in Aktion traten.
Je älter man wird, desto öfter, scheint mir, denkt man an die eigene Kindheit zurück. Seit ein paar Tagen weiß ich auch, wann meine Kindheit endete. Bastian Sick hat es auf SPIEGEL ONLINE so formuliert: "Die Kindheit ist vorbei, wenn man bei der Augsburger Puppenkiste die Fäden sieht!" Dem ist nichts hinzuzufügen.
Sollten Sie Ihrer Kindheit nachspüren wollen, vielleicht ist das Augsburger Puppentheatermuseum einen Besuch wert und der Ort, wo das am besten gelingt.
Matthias Stöbener 24.05.2008, 12.00 | (0/0) Kommentare | TB | PL




