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Tag: Verbot
Verbot von Firmenspenden an Parteien
Wir haben es in den letzten Wochen erlebt, wie eng Firmen und Politik verflochten sind. Wenn man genug Taschengeld hat, um es den regierenden Parteien in den Rachen zu werfen, darf man sich mit hochrangigen deutschen Politikern treffen. Manche meinen, damit sei Deutschland zur Bananenrepublik verkommen. Demokratisch jedenfalls sei das nicht mehr, wenn Einfluss in der Politik davon abhängt, wie viel man einer regierenden Partei spenden kann.
Matthias Stöbener 01.03.2010, 09.24 | (0/0) Kommentare | TB | PL
1. Deutsche Döner-Verbotsstadt Augsburg
Gerne lässt sich Augsburg als Mozartstadt feiern. Oder als Römerstadt. Oder Fuggerstadt. Selbst Lutherstadt will man sein, weil Luther hier mal ein paar Worte gesagt hat und man eine Treppe vorweisen kann, mit deren Stufen Luthers Schuhe wahrscheinlich mal eine Berührung hatten. Jetzt kommt eine neue Titulatur hinzu: Deutsche Döner-Verbotsstadt (abgekürzt DDV). Viele AugsburgerInnen und Augsburger haben lange auf dieses neue touristische Image ihrer Stadt hingearbeitet. Aus unterrichteten Kreisen habe ich erfahren, dass bald schon T-Shirts mit dem neuen Augsburg-Emblem gedruckt werden sollen: Es zeigt eine Hand, die einen Döner hält, der mit einem Stopp-Schild übermalt ist. Darüber in echten gotischen Lettern: Döner-Verbotsstadt Augsburg.
Das Schöne an diesem neuen Emblem und der neuen Titulatur für Augsburg ist die schnelle und leichte Einprägsamkeit, wie ein Münchener Marketing-Experte, der nicht genannt sein will, feststellt. "Mit dem Claim `Döner-Verbotsstadt´ könnte Augsburg sogar das schöne Wort Münchens `Weltstadt mit Herz´ toppen. Wie das Herz ein allgemeines und in allen Kulturen bis nach Japan verständliches Symbol ist, erfasst selbst ein Fidschi-Insulaner die Bedeutung des mit einem Stopp-Schild versehenen Döners und weiß, was ihn in Augsburg erwartet. Und genau das ist das Geniale dieser Art, die Stadt Augsburg zu vermarkten." Gefragt, welche Art von Touristen und Besucher dieser neue Augsburg-Claim anzieht, meint der Münchener Marketing-Experte im Interview: "In erster Linie Ordnungsmenschen. Und sie bilden die Mehrheit der Weltbevölkerung. Dann aber auch Döner-Feinde, im weiteren Sinn Fastfood-Feinde. Das ist eine stark wachsende und potente Zielgruppe, die anzulocken Augsburg anscheinend jetzt den richtigen Weg gefunden hat."
Angesichts solcher Vorteile für Augsburg im Konkurrenzkampf mit der Bayernmetropole München, in der noch kein Verbot des Döner-Straßenverkaufs ab 1 Uhr in der Nacht gilt, fordert der Münchener Marketing-Fachmann ein schnelles Nachziehen der Weltstadt mit Herz. Es könne nicht angehen, dass sich Augsburg mit dem Döner-Verbot auf Kosten von München die "besseren und finanzkräftigeren" Touristen und Besucher aus aller Welt heranziehe.
Allerdings rät der Münchener seinem Oberbürgermeister mit Reaktionen noch abzuwarten, bis endgültig klar ist, ob es die Stadt Augsburg durchhält, den nächtlichen Verkauf von Döner zum Mitnehmen ab 1 Uhr zu verbieten. Es wäre allerdings schade, wenn die Stadtverwaltung gerade an diesem Punkt wieder einknicken würde, denn wahrscheinlich ist Augsburg sogar die erste Stadt weltweit, die den Ehrentitel »Döner-Verbotsstadt« tragen kann. Und darauf können alle Augsburger mindestens so stolz sein wie auf ihr Kasperltheater in der Augsburger Puppenkiste.
Matthias Stöbener 09.06.2009, 08.50 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL




