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Tag: Verfilzung
Fridolin
Fridolin hieß der Journalist der Augsburger Allgemeinen Zeitung, der 1993 die so genannte Amigo-Affäre aufdeckte. Fridolin Engelfried. Dafür bekam er 1994 den "Wächterpreis der Tagespresse". Der damalige Ministerpräsident Streibl hatte sich von seinem Freund Burkhart Grob, einem Unternehmer, im Urlaub auf eine Hazienda in Brasilien einladen lassen. Streibl musste auf öffentlichen und parteiinternen Druck zurücktreten. Und die Bayern bekamen Stoiber. Noch Monate soll die CSU Druck auf Fridolin Engelfried ausgeübt haben, den Namen des Parteimitglieds herauszurücken, das nicht dicht hielt. So sind sie eben, die mächtigen bayerischen Staatsparteien.
Die Amigo-Affäre hat dazu beigetragen, dass sich der Bundesbürger immer mehr aus der Politik zurückzieht, den Parteien immer weniger Glauben schenkt. Andererseits gehen immer mehr Menschen gegen Korruptionstendenzen vor und decken sie auf. Amigo-Affären werden nicht mehr geduldet, Spezlwirtschaft und Verfilzung stehen auf der schwarzen Liste. Es kam zur Verschärfung entsprechender Gesetze. Bestechlichkeit wird nicht mehr als Kavaliersdelikt gesehen.
So gesehen hat der damalige Münchenkorrespondent der Augsburger Allgemeinen einen Stein ins Rollen gebracht, der ruhig noch heute rollen darf. Ich wünsche mir auch heute noch viele Fridolins.
Matthias Stöbener 21.12.2007, 17.50 | (0/0) Kommentare | TB | PL




