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Balkanisierung Deutschlands
Deutschland wird immer mehr zum Balkanstaat, in dem nichts mehr klappt, Chaos herrscht und nur noch bis zum nächsten Tag gedacht wird. Das dachte ich vorgestern, als ich nach Monaten mal wieder mit der BAHN nach München fuhr. Schon in Augsburg hatte der ICE etwa eine Viertelstunde Verspätung, dann war es ein so genannter »Kurzzug«, dem etliche Wagen fehlten, unter anderem jener, für den ich eine Sitzplatzreservierung und dafür auch gezahlt hatte. Weil ich mich beim Einsteigen rücksichtslos nach vorne drängte und andere aus dem Feld schlug, bekam ich noch einen der raren Sitzplätze im ICE nach München. Viele Pendler mussten im Gang oder beim Ausstieg stehen. Das scheint für viele Pendler nach München ein Normalzustand zu sein, denn auf der Rückreise unterhielt ich mich mit einem älteren Mann und einer älteren Frau, die täglich nach München fahren. Ich regte mich über die BAHN gehörig auf, während sie nur müde lächelten. »Wir haben uns schon so an diese Zustände gewöhnt, dass wir schon zufrieden sind, wenn wir heil heimkommen und der Zug nicht mehr als eine Viertelstunde Verspätung hat«, kommentierte der Mann. »Wie oft standen wir schon zwei oder drei Stunden auf der Strecke. Das Wort Oberleitungsschaden kann ich nicht mehr hören.«
Wahrscheinlich werden die Zustände auch nicht besser, denn gestern las ich die Pressemitteilung von Claudia Roth, in der sie schreibt, dass zahlreiche Schienenausbauprojekte in Bayern ohne Finanzierung seien. Wörtlich schreibt sie:
Bund und Deutsche Bahn AG (DB AG) haben nun endlich die Projektlisten offen gelegt. Dieser Schritt zur Herstellung von mehr Transparenz war überfällig. Dass bisher nicht einmal der Bundestag, der die Gelder zur Finanzierung der Bahnprojekte bereitstellt, informiert wurde, war ein skandalöser Zustand. Auf massives Drängen des Verkehrsausschusses des Bundestages hat die neue Leitung des Verkehrsministeriums jetzt die Listen herausgebracht. Realistischer Weise werden nur 1,4 bis 1,2 Mrd. Euro jährlich zur Verfügung stehen. Das ist ein Offenbarungseid. Die Zahlen zeigen:
* die Schienenprojekte sind hoffnungslos unterfinanziert,
* die Mehrzahl der Projekte des Vordringlichen Bedarfs ist noch nicht finanziert,
Wahrscheinlich werden die Zustände auch nicht besser, denn gestern las ich die Pressemitteilung von Claudia Roth, in der sie schreibt, dass zahlreiche Schienenausbauprojekte in Bayern ohne Finanzierung seien. Wörtlich schreibt sie:
Bund und Deutsche Bahn AG (DB AG) haben nun endlich die Projektlisten offen gelegt. Dieser Schritt zur Herstellung von mehr Transparenz war überfällig. Dass bisher nicht einmal der Bundestag, der die Gelder zur Finanzierung der Bahnprojekte bereitstellt, informiert wurde, war ein skandalöser Zustand. Auf massives Drängen des Verkehrsausschusses des Bundestages hat die neue Leitung des Verkehrsministeriums jetzt die Listen herausgebracht. Realistischer Weise werden nur 1,4 bis 1,2 Mrd. Euro jährlich zur Verfügung stehen. Das ist ein Offenbarungseid. Die Zahlen zeigen:
* die Schienenprojekte sind hoffnungslos unterfinanziert,
* die Mehrzahl der Projekte des Vordringlichen Bedarfs ist noch nicht finanziert,
* es fehlen über 20 Mrd. Euro, um die geplanten Vorhaben bis 2020 umsetzen zu können.
Allein in Bayern fehlen für sinnvolle und dringliche Ausbaumaßnahmen mehrere Milliarden Euro. Die Liste der (noch) nicht finanzierten Projekte in Bayern ist besonders lang. Betroffen sind:
* VDE 8.1 Nürnberg-Erfurt (Anteile ABS Nürnberg-Erfurt)
Allein in Bayern fehlen für sinnvolle und dringliche Ausbaumaßnahmen mehrere Milliarden Euro. Die Liste der (noch) nicht finanzierten Projekte in Bayern ist besonders lang. Betroffen sind:
* VDE 8.1 Nürnberg-Erfurt (Anteile ABS Nürnberg-Erfurt)
* ABS Nürnberg Marktredwitz Reichenbach/Grenze D/CZ (Elektrifizierung Reichenbach-Hof (KP) und weitere)
* ABS/NBS Hanau Würzburg/Fulda
* ABS/NBS Stuttgart Ulm Augsburg (Ausbau Ulm-Augsburg auf 200 km/h)
* ABS/NBS Hanau Würzburg/Fulda
* ABS/NBS Stuttgart Ulm Augsburg (Ausbau Ulm-Augsburg auf 200 km/h)
* ABS Neu-Ulm Augsburg (3. Gleis Neuoffingen Neu Ulm)
Für die Strecke ABS München Mühldorf Freilassing (TEN Förderung) gibt es eine Finanzierung der Planungskosten, aber noch keine Finanzierung der Baukosten. Hier zeigt sich, wie fatal die Priorisierung von »Stuttgart 21« und die der Neubaustrecke Wendlingen-Ulm sich auf die übrigen Bauprojekte auswirkt. Allein diese beiden Projekte werden in den nächsten Jahren 6 Mrd. Euro (plus XX) verschlingen. Viele dringend nötige Aus- und Neubauprojekte stehen dagegen in den Sternen. Sie werden faktisch ins dritte und vierte Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts verschoben. Eine solche Verkehrspolitik schickt Millionen von Bahnkunden auf das Abstellgleis.
Liebe Frau Roth! Ich kann Ihnen da nur zustimmen. Und auch mein Sohn, der in Würzburg studiert, würde Ihnen zustimmen. Als letztens sein Auto streikte, meinte ich, warum er nicht mal mit der BAHN nach Hause fährt. »Bist du verrückt, Vater? Da könnte ich ja auch gleich zu Fuß nach Augsburg laufen.«
Für die Strecke ABS München Mühldorf Freilassing (TEN Förderung) gibt es eine Finanzierung der Planungskosten, aber noch keine Finanzierung der Baukosten. Hier zeigt sich, wie fatal die Priorisierung von »Stuttgart 21« und die der Neubaustrecke Wendlingen-Ulm sich auf die übrigen Bauprojekte auswirkt. Allein diese beiden Projekte werden in den nächsten Jahren 6 Mrd. Euro (plus XX) verschlingen. Viele dringend nötige Aus- und Neubauprojekte stehen dagegen in den Sternen. Sie werden faktisch ins dritte und vierte Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts verschoben. Eine solche Verkehrspolitik schickt Millionen von Bahnkunden auf das Abstellgleis.
Liebe Frau Roth! Ich kann Ihnen da nur zustimmen. Und auch mein Sohn, der in Würzburg studiert, würde Ihnen zustimmen. Als letztens sein Auto streikte, meinte ich, warum er nicht mal mit der BAHN nach Hause fährt. »Bist du verrückt, Vater? Da könnte ich ja auch gleich zu Fuß nach Augsburg laufen.«
Matthias Stöbener 05.03.2010, 08.45 TB | PL | einsortiert in: Ökologie | Tags: Bundesbahn, Pendler, München,
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Kommentare zu diesem Beitrag
2.
von Martin
Tatsächlich, sehr unpassende Äußerung bzgl. dem Balkan. Die Bahn ist so deutsch wie nix anderes. So stehen unsere Aktien halt, nicht die vom Balkan.
vom 20.03.2010, 22.16
Tatsächlich, sehr unpassende Äußerung bzgl. dem Balkan. Die Bahn ist so deutsch wie nix anderes. So stehen unsere Aktien halt, nicht die vom Balkan.
vom 20.03.2010, 22.16
1.
von Augschburgr
Man kann es auch übertreiben. Ich empfehle eine Reise an den reelen Balkan um die Maßstäbe etwas gerade zu rücken.
vom 06.03.2010, 10.35
Man kann es auch übertreiben. Ich empfehle eine Reise an den reelen Balkan um die Maßstäbe etwas gerade zu rücken.
vom 06.03.2010, 10.35
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