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In Augsburg ist die Luft raus
Es lag nicht nur am Urlaub, dass ich hier schon lange nicht mehr gebloggt habe. Bei mir macht sich der Eindruck breit, in Augsburg passiert nichts mehr. Und selbst die Augsburger scheint nicht mehr zu wissen, was sie schreiben soll. Oder wie soll ich es deuten, dass sie jetzt den OB Gribl mit seinem Mercedes-Bus vorstellt? Wie wenn irgendjemanden interessieren würde, wie Dr. Gribl in seinem Bus zur Messehalle fährt und dort plastinierte Liebesakte mit eigener Hand verhüllt. Das alles darf nicht wahr sein!
Wie lebendig, wie frei und ungezwungen war es doch in der Pfalz, wo ich mit Wein, Weib und Gesang Urlaub machte! Mein Herz hat sich geweitet. Die Menschen waren offen und freundlich, wildfremde Menschen grüßten mich, halfen mir weiter. Sowas habe ich in Augsburg selten erlebt. Und auch das angrenzende Elsass ist ein Landstrich, durch den ein freier Geist weht, keine "Was wir jetzt brauchen ist Sicherheit"-Plakate. Es sind ängstliche Spießbürger, die durch solche Plakate angesprochen werden sollen, nicht erwachsene Menschen. Aber das entspricht wohl der Mentalität hier im weltstädtischen Augsburg.
Ja, der Wahlkampf! Eigentlich hatte ich gedacht, nach dem Urlaub geht es los. Endlich kriegt das Volk mal etwas geboten. Aber einen solch schlappen Wahlkampf habe ich in meiner 47-jährigen Amtszeit noch nicht erlebt. Das einzig Originelle, auf was bestimmte Parteien gekommen sind, scheinen Kopfplakate in Abständen von 10 Metern zu sein. Es tut mir leid um die vielen Bäume, die dafür die Erde verlassen mussten. Am liebsten würde ich all den netten Politikerköpfen einen schönen Urlaub wünschen - und zwar einen ewigen. Nur den Grünen, den Linken und hin und wieder der SPD fallen auf ihren Plakaten noch Inhalte, für die sie stehen, ein. Die Wähler der anderen Parteien wählen wohl nur nach Sympathie und Inhalte scheinen ihnen egal.
Nur eine Partei fällt da ein wenig aus dem Rahmen: die Piraten. Klar zum Ändern! Noch wollen sie ja nicht allzu viel ändern. Ein bisschen mehr Persönlichkeitsschutz und ein bisschen weniger Urheberrecht (Was ist denn das?) wollen sie. Da bieten sie nicht viel Angriffsfläche für die Wahlkampfmaschinerie der Etablierten. Man kann sie nicht als Rote Socken diffamieren und kann sie nicht in die rechtsradikale Ecke stellen. Tja, was soll man mit diesen Jungs machen, diesen Kreativen, diesen Internetusern, dieser Speerspitze der technologischen Revolution?
Wenigstens haben sie nette Ideen. Z. B. haben sie jetzt den 17. September 2009 zum Opt-Out-Day proklamiert. Jeder soll an diesem Tag auf seine örtliche Meldebehörde gehen und schriftlich der Weitergabe seiner Adressdaten widersprechen. Angeblich würden nämlich die kommunalen Meldebehörden immer öfter die Daten ihrer Bürger an Parteien und Adressbuchverlage herausgeben - völlig legal, wenn der Bürger dem nicht widerspricht. Weiter Informationen findet man auf der Webseite optoutday. Das hat was von Mahatma Ghandis gewaltlosem Widerstand.
Wie lebendig, wie frei und ungezwungen war es doch in der Pfalz, wo ich mit Wein, Weib und Gesang Urlaub machte! Mein Herz hat sich geweitet. Die Menschen waren offen und freundlich, wildfremde Menschen grüßten mich, halfen mir weiter. Sowas habe ich in Augsburg selten erlebt. Und auch das angrenzende Elsass ist ein Landstrich, durch den ein freier Geist weht, keine "Was wir jetzt brauchen ist Sicherheit"-Plakate. Es sind ängstliche Spießbürger, die durch solche Plakate angesprochen werden sollen, nicht erwachsene Menschen. Aber das entspricht wohl der Mentalität hier im weltstädtischen Augsburg.
Ja, der Wahlkampf! Eigentlich hatte ich gedacht, nach dem Urlaub geht es los. Endlich kriegt das Volk mal etwas geboten. Aber einen solch schlappen Wahlkampf habe ich in meiner 47-jährigen Amtszeit noch nicht erlebt. Das einzig Originelle, auf was bestimmte Parteien gekommen sind, scheinen Kopfplakate in Abständen von 10 Metern zu sein. Es tut mir leid um die vielen Bäume, die dafür die Erde verlassen mussten. Am liebsten würde ich all den netten Politikerköpfen einen schönen Urlaub wünschen - und zwar einen ewigen. Nur den Grünen, den Linken und hin und wieder der SPD fallen auf ihren Plakaten noch Inhalte, für die sie stehen, ein. Die Wähler der anderen Parteien wählen wohl nur nach Sympathie und Inhalte scheinen ihnen egal.
Nur eine Partei fällt da ein wenig aus dem Rahmen: die Piraten. Klar zum Ändern! Noch wollen sie ja nicht allzu viel ändern. Ein bisschen mehr Persönlichkeitsschutz und ein bisschen weniger Urheberrecht (Was ist denn das?) wollen sie. Da bieten sie nicht viel Angriffsfläche für die Wahlkampfmaschinerie der Etablierten. Man kann sie nicht als Rote Socken diffamieren und kann sie nicht in die rechtsradikale Ecke stellen. Tja, was soll man mit diesen Jungs machen, diesen Kreativen, diesen Internetusern, dieser Speerspitze der technologischen Revolution?
Wenigstens haben sie nette Ideen. Z. B. haben sie jetzt den 17. September 2009 zum Opt-Out-Day proklamiert. Jeder soll an diesem Tag auf seine örtliche Meldebehörde gehen und schriftlich der Weitergabe seiner Adressdaten widersprechen. Angeblich würden nämlich die kommunalen Meldebehörden immer öfter die Daten ihrer Bürger an Parteien und Adressbuchverlage herausgeben - völlig legal, wenn der Bürger dem nicht widerspricht. Weiter Informationen findet man auf der Webseite optoutday. Das hat was von Mahatma Ghandis gewaltlosem Widerstand.
Matthias Stöbener 27.08.2009, 21.29 TB | PL | einsortiert in: Humbelbumbel | Tags: Piraten, Opt-out-day, Wahlkampf,
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