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Katholischer Internetsender

Die wenigsten Augsburger werden wissen, welche Medienmetropole ihre Stadt auf katholischem Gebiet ist. Das Blog-Augsburg klärt auf.

Unter katholisch1.tv gibt es jetzt Sendungen für katholische Christen - und solche, die es werden wollen. Das Sendungsportfolio reicht von einem Beitrag zu 1.000 Jahre Mainzer Dom bis hin zu einem Exklusivinterview mit dem Erzbischof von Bagdad. Auch Heiden, Kirchenkritiker und Agnostiker können sich hier wohlfühlen und Argumente für ihre jeweiligen Einstellungen sammeln. Interessant ist jedenfalls, dass die Kirche anscheinend das Internet als Meinungsbildungs- und Kommunikationsmittel entdeckt hat und beginnt, es auch zu nutzen. Selbst über Satellit ist der Sender zu erhalten.

Wie im Börsenblatt des Deutschen Buchhandels berichtet wurde, soll der Projektleiter Ulrich Bobinger heißen. Verwirklicht hat das Projekt die Augsburger Mediengruppe St. Ulrich Verlag zusammen mit dem Vatikan-Fernsehen CTV. Man habe im ganzen Bundesgebiet ein Netz von "Videoreportern" aufgebaut und könne auf Redaktionsbüros der Mediengruppe in Berlin, Köln, Regensburg, Augsburg und Kempten (!) zurückgreifen.

Ich wüsste nicht, dass es ein ähnliches anderes Projekt im deutschsprachigen Raum gibt. Sicher ist, dass man hier die etwas anderen News als auf den üblichen TV-Sendern sehen kann. Gespannt bin ich, ob die evangelische Kirche, die Juden oder die islamischen Augsburger Gruppen auch bald nachziehen. Im Interesse der Religionsvielfalt in der Augsburger Internet-TV-Landschaft wäre es zu wünschen.

http://www.katholisch1.tv
http://www.boersenblatt.net

Matthias Stöbener 24.02.2009, 18.12 TB | PL | einsortiert in: Religion | Tags: Katholischer Internetsender, Mediengruppe Sankt Ulrich Verlag GmbH,

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Kommentare zu diesem Beitrag

1. von Stefan Wehmeier

LEBEN

Alles, was dem unbewussten (religiös verblendeten) Kulturmenschen im Diesseits fehlt, projiziert er auf ein hypothetisches "Jenseits". Die Religion, die schon immer die Aufgabe hatte, die Fehler der Makroökonomie aus dem Bewusstsein der halbwegs zivilisierten Menschheit auszublenden, machte sich dies zunutze, indem sie ihren Untertanen Jenseitsphantasien verkaufte, um den durch die fehlerhafte Makroökonomie verursachten Mangel durch ein hypothetisches "Leben nach dem Tod" auszugleichen. Zinsverlierer, die sich "fröhlich und getrost" ausbeuten lassen, weil sie ja "im Himmel reichlich belohnt" werden, sind sicher die angenehmeren Untertanen, von denen die Herrschenden (Zinsprofiteure) sogar noch Dankbarkeit erwarten dürfen. Allerdings erging es den Herrschenden dabei kaum besser. Denn was ist schon der ganze Besitz eines Königs früherer Zeiten, wenn wir diesen dekadenten Schnickschnack mit dem ganz normalen Lebensstandard eines mittelständischen Unternehmers der Gegenwart vergleichen? Und wie unendlich langweilig ist wiederum die Existenz eines Zinsgewinnlers der Gegenwart, der sich auch nur die Trivialitäten leisten kann, die es schon gibt, verglichen mit dem wahren Leben in der Natürlichen Wirtschaftsordnung, in der so etwas wie "Alltag" nicht mehr existiert?

Die "Lösung der sozialen Frage" ist keinesfalls als das Wichtigste der Natürlichen Wirtschaftsordnung anzusehen, sondern ist nur ein "selbstverständlicher Nebeneffekt", den die ideale Makroökonomie quasi im Vorübergehen selbstregulativ herbeiführt und dauerhaft aufrechterhält. Das Wesentliche ist der technologische und kulturelle Fortschritt, der im Kapitalismus immer wieder dadurch zum Erliegen kommt, dass nicht die in jeder Beziehung Fähigsten, sondern die in jeder Beziehung Sparsamsten die wesentlichen Entscheidungen treffen, sodass die ganze Kultur in jeder Beziehung verarmt, je größer die Zinsumverteilung wird. Der Kapitalismus ist durch eine unnatürliche Polarität gekennzeichnet, die prinzipiell alle Menschen in Zinsverlierer (Proletariat) und Zinsgewinnler (Dekadenz) unterteilt. In beiden Fällen gibt es kein bewusstes Leben, wenn wir dieses als eine sinnvolle Abfolge von bewusstem Wollen und zumindest möglicher Willensbefriedigung auffassen! Denn ein Zinsverlierer muss ständig etwas wollen, um nur zu existieren, ohne aber die Chance zu haben, das Gewollte zu erreichen, während ein Zinsgewinnler bereits existiert ohne etwas zu wollen, und daher nicht wissen kann, was er wirklich will.

Erst durch die stetige Proportionalität von marktwirtschaftlich erbrachter Leistung und Gegenleistung, wie sie nur in der Natürlichen Wirtschaftsordnung dauerhaft besteht, kann der Kulturmensch (der homo oeconomicus im wahrsten Sinn des Wortes) überhaupt erst ein Bewusstsein entwickeln. Nur der veraltete Archetyp "Investor" im Unterbewusstsein (noch) nicht auferstandener Menschen, der natürlich bestrebt ist, (noch) bestehende Machtstrukturen aufrecht zu erhalten, lässt immer wieder Zweifel an dieser klaren Feststellung aufkommen. Die ganze Hohlheit dieser Kritik wird sofort deutlich, wenn wir uns mit den Worten von Silvio Gesell vor Augen führen, dass allein die Arbeitsteilung den Menschen über den Tierzustand erhob! Die Verwirklichung der Natürlichen Wirtschaftsordnung ist in diesem Zusammenhang nichts anderes als die Perfektionierung der Arbeitsteilung, die den Kulturmenschen endgültig zivilisiert.

Doch wo bleibt jetzt das "Leben nach dem Tod"? Belassen wir es vorerst bei der Feststellung, dass es für die Identität des einzelnen Kulturmenschen weniger darauf ankommt, was in seinem Personalausweis steht, sondern mit welchen Augen der bewusste Mensch die Welt betrachtet, in der wir leben.


vom 26.07.2009, 12.39
Antwort von Matthias Stöbener:

 
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