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Über Schuld
»Über Schuld wird unterschiedlich geurteilt!«

Das Foto zeigt Peter Garski vor der heutigen Jodok-Kapelle, wo der mysteriöse Doppelmord einst passiert ist.
Ein Gespräch mit Peter Garski zu seinem neuen Roman Jodok.
Frage: Was hat dich dazu bewegt, den Roman »Jodok« zu schreiben?
Garski: Mich hat schon immer diese einsame Kapelle am Waldrand östlich vom Lech fasziniert. Manchmal bin ich als Kind mit meinen Eltern bei Fahrradausflügen dort vorbeigekommen. Und als ich hörte, dass dort vor langer Zeit ein ungesühnter Doppelmord geschah, habe ich mich dafür immer stärker interessiert.
Frage: Dein Roman liest sich wie eine Chronologie des Verbrechens auf dem Lande.
Garski: Stimmt.
Bei meinen Nachforschungen habe ich festgestellt, dass in der hügeligen und waldreichen Gegend, die man Wittelsbacher Land nennt, nicht nur die Wilderer ihr Unwesen trieben, sondern auch andere Kriminalfälle passierten.
Frage: Warum erzählst du auch über exotische Erlebnisse wie bei den Kolonial-Kriegen?
Garski: Meiner Meinung nach kann man daran gut erkennen, wie unterschiedlich über Schuld geurteilt wird. Wenn deutsche Kolonialoffiziere, oft Angehörige der so genannten besseren Familien, auch aus dem Adel, die Einheimischen in Afrika unterdrückten, ausbeuteten, quälten und töteten, dann wurde das als Heldentum hingestellt. Wenn aber ein Wilderer ein Reh in einem Wald in Bayern erlegte, vielleicht um zu überleben, dann war das schon ein Schwerverbrechen.
Frage: Du schilderst das Leben der Bauern und Arbeiter. Was weißt du wirklich darüber?
Garski: Als Kind bin ich in dem niederbayerischen Dorf Niederhatzkofen unter Bauern aufgewachsen. Ich half bei den Ernten, strawanzte durch die Ställe, tauchte meine Finger in Weihwasser, trieb die Kühe auf die Weide, zupfte Hopfen und durfte auf dem Traktor mitfahren. Als Jugendlicher lernte ich in einer Augsburger Textilfabrik.
Frage: Du schreibst über diverse Wunder. Jedoch scheinst du daran Zweifel zu haben, oder?
Garski: Naja, ich habe nichts gegen Wunder. Sie liefern immer wieder wunderbaren Gesprächsstoff. Es ist doch verblüffend, warum Wunder gemacht, gebraucht und geglaubt werden. Die Religion benötigt Wunder, damit sie besser existieren kann und die Techniker vollbringen Wunder, damit die Menschheit besser existieren kann. Aber es geht dabei auch um Geld. Irgendwie verrückt.
Frage: Was ist in deinem Roman »Jodok« Wahrheit, was ist darin Fantasie?
Garski: Manche Geschehnisse wie der Selbstmord des Hilfslehrers Michael Fristinger, der Doppelmord in Jodok, die erschossene Pfarrbabett sind durch Dokumente belegt. Auch die technischen Errungenschaften, die auftauchen. Ebenso Personen wie Sisi, ihr Vater, der Selbstmordforscher Hans Rost und der Weltkriegsflieger Richard Euringer. Jedoch musste ich mich in die Gefühle, Pläne und Handlungen der verschiedenen Personen hineindenken, damit ich erraten konnte, was sie an- und umgetrieben hat. Ich hoffe, das ist mir einigermaßen gelungen.
Frage: Was hat dich dazu bewegt, den Roman »Jodok« zu schreiben?
Garski: Mich hat schon immer diese einsame Kapelle am Waldrand östlich vom Lech fasziniert. Manchmal bin ich als Kind mit meinen Eltern bei Fahrradausflügen dort vorbeigekommen. Und als ich hörte, dass dort vor langer Zeit ein ungesühnter Doppelmord geschah, habe ich mich dafür immer stärker interessiert.
Frage: Dein Roman liest sich wie eine Chronologie des Verbrechens auf dem Lande.
Garski: Stimmt.
Bei meinen Nachforschungen habe ich festgestellt, dass in der hügeligen und waldreichen Gegend, die man Wittelsbacher Land nennt, nicht nur die Wilderer ihr Unwesen trieben, sondern auch andere Kriminalfälle passierten.
Frage: Warum erzählst du auch über exotische Erlebnisse wie bei den Kolonial-Kriegen?
Garski: Meiner Meinung nach kann man daran gut erkennen, wie unterschiedlich über Schuld geurteilt wird. Wenn deutsche Kolonialoffiziere, oft Angehörige der so genannten besseren Familien, auch aus dem Adel, die Einheimischen in Afrika unterdrückten, ausbeuteten, quälten und töteten, dann wurde das als Heldentum hingestellt. Wenn aber ein Wilderer ein Reh in einem Wald in Bayern erlegte, vielleicht um zu überleben, dann war das schon ein Schwerverbrechen.
Frage: Du schilderst das Leben der Bauern und Arbeiter. Was weißt du wirklich darüber?
Garski: Als Kind bin ich in dem niederbayerischen Dorf Niederhatzkofen unter Bauern aufgewachsen. Ich half bei den Ernten, strawanzte durch die Ställe, tauchte meine Finger in Weihwasser, trieb die Kühe auf die Weide, zupfte Hopfen und durfte auf dem Traktor mitfahren. Als Jugendlicher lernte ich in einer Augsburger Textilfabrik.
Frage: Du schreibst über diverse Wunder. Jedoch scheinst du daran Zweifel zu haben, oder?
Garski: Naja, ich habe nichts gegen Wunder. Sie liefern immer wieder wunderbaren Gesprächsstoff. Es ist doch verblüffend, warum Wunder gemacht, gebraucht und geglaubt werden. Die Religion benötigt Wunder, damit sie besser existieren kann und die Techniker vollbringen Wunder, damit die Menschheit besser existieren kann. Aber es geht dabei auch um Geld. Irgendwie verrückt.
Frage: Was ist in deinem Roman »Jodok« Wahrheit, was ist darin Fantasie?
Garski: Manche Geschehnisse wie der Selbstmord des Hilfslehrers Michael Fristinger, der Doppelmord in Jodok, die erschossene Pfarrbabett sind durch Dokumente belegt. Auch die technischen Errungenschaften, die auftauchen. Ebenso Personen wie Sisi, ihr Vater, der Selbstmordforscher Hans Rost und der Weltkriegsflieger Richard Euringer. Jedoch musste ich mich in die Gefühle, Pläne und Handlungen der verschiedenen Personen hineindenken, damit ich erraten konnte, was sie an- und umgetrieben hat. Ich hoffe, das ist mir einigermaßen gelungen.
Hintergrund
Jodok / Roman von Peter Garski
Ein rätselhafter Doppelmord geschieht bei der Jodok-Kapelle. Sie steht einsam am Waldrand im Wittelsbacher Land. Mit einem Beil wird dort um 1870 in einer regnerischen Nacht das Mesner-Ehepaar grausam erschlagen. Die Täter werden nie aufgespürt. Diese mysteriöse Geschichte spielt sich in bayerischen Dörfern zwischen Augsburg und München ab.
Jodok / Roman von Peter Garski
Ein rätselhafter Doppelmord geschieht bei der Jodok-Kapelle. Sie steht einsam am Waldrand im Wittelsbacher Land. Mit einem Beil wird dort um 1870 in einer regnerischen Nacht das Mesner-Ehepaar grausam erschlagen. Die Täter werden nie aufgespürt. Diese mysteriöse Geschichte spielt sich in bayerischen Dörfern zwischen Augsburg und München ab.
Zu dieser Zeit befällt das Eisenbahnfieber Deutschland, der Märchenkönig entlobt sich, Preußen zieht mit Bayern gegen Frankreich und Sisi heiratet den österreichischen Kaiser.
Geschildert wird von Peter Garski in dem Roman »Jodok« das Schicksal von Menschen, die versuchen, aus ihrem Leben das Beste zu machen. Ein Hilfslehrer, der zwei Frauen schwängerte, erschießt sich. Ein Selbstmordforscher entdeckt den Mörder einer verzweifelten Pfarrhaushälterin. Leidenschaft, Kampf, Lüge und Gier regieren das Leben mancher Personen in diesem Roman, die sich nicht dagegen wehren können, dürfen - oder wollen.
Das Foto zeigt Peter Garski vor der heutigen Jodok-Kapelle, wo der mysteriöse Doppelmord einst passiert ist.
Matthias Stöbener 07.10.2009, 08.09 TB | PL | einsortiert in: Kultur | Tags: Jodok, Peter Garski, Heimatkrimi, Augsburg, Wittelsbacher Land,
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