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Thema: Personen

Veränderungen

Josef Pöllath, für Freunde »Josch«, arbeitete viele Jahre bei der Augsburger Verlagsgruppe Weltbild GmbH. Frühere Stationen waren unter anderem der Kösel-Verlag und der Verlag Südwest. Er ist einer der wichtigsten deutschen Büchermacher und kreativen Köpfe in der Buchbranche. Seit einigen Monaten betreibt er die Webseite »Mein Buchlektorat«. Gelegenheit, ihn nach seinen Erfahrungen zu fragen und um einen Ausblick auf die nächsten Jahre des Büchermachens zu bitten.

Matthias Stöbener: Lieber Josch, du hast »Meinbuchlektorat« vor wenigen Monaten gegründet. Bist du mit der Resonanz zufrieden?

josef_poellath_2009.JPGJosef Pöllath: Meine Webseite ging Ende November 2008 nach acht Monaten Vorbereitung endlich online. In den ersten zwei Monaten, also bis etwa Ende Januar 2009, habe ich die Seite mit Texten und Bildern »befüllt«. Und dann wartete ich auf die ersten Visits. Die waren verständlicherweise am Anfang noch sehr spärlich. Seit September 2009 haben sie sich jedoch gegenüber Juni des Jahres vervierfacht.

Bereits im März kamen die ersten Rückmeldungen und Anfragen von Besuchern. Im Sommer habe ich die Webseite dann noch einmal sehr stark umgebaut, zum Teil völlig neu betextet und wesentlich persönlicher gestaltet. Letztendlich aktualisiere ich sie an der einen oder anderen Stelle im Abstand von zwei bis vier Wochen.

Insgesamt bin ich mit der Resonanz zufrieden, wenngleich man sich als Betreiber einer solchen Seite nie mit verschränkten Armen zurücklehnen kann.

Matthias Stöbener: An wen wendest du dich mit deiner Webseite?

Josef Pöllath: Meine Webseite richtet sich in erster Linie an Verlage, aber auch an Autoren, an Vereine, an Firmen zum Beispiel, wenn es um Firmen- oder Vereinschroniken geht. Eigentlich wende ich mich an alle, die in irgendeiner Weise »Buchschaffende« sind, ob es sich nun um ein gedrucktes oder um ein digitales Buch handelt. Ich biete auch Beratung oder besser: Coaching an.

Matthias Stöbener: Hast du schon erste Projekte in der Pipeline?

Josef Pöllath: Ja, über die Webseite habe ich schon erste Projekte in der Pipeline, worüber ich mich natürlich ganz besonders freue. Denn einige Leute unkten am Anfang, dass es viel zu viele Webseiten zu gleichen oder ähnlichen Themen gäbe und dass ich meine Webseite wohl eher für meinen persönlichen Imagegewinn entwickelt hätte.

Matthias Stöbener: Als Büchermacher wirst du im Moment mit vielen Veränderungen konfrontiert. Was sind deiner Meinung nach die wichtigsten neuen Trends in der Verlagsszene?

Josef Pöllath: Der wichtigste und für mich interessanteste Trend in der momentanen Verlagsszene ist die immer stärkere Verlagerung der Verlagsarbeit nach draußen, also das so genannte Outsourcing, wozu ich schon im Jahr 2003 einen operativen Beitrag in einer einschlägigen Veröffentlichung geschrieben habe (»Renditefaktor Outsourcing. Der Dienstleistungs-Report für Buch- und Medienunternehmen«).

Für den Leser muss die Abkehr der betreffenden Verlage vom Ratgebermarkt, den man eigenartigerweise einigen wenigen Verlagen überlässt, als besonders gravierend angesehen werden. Natürlich spielen hier dann die neuen Internetportale, die Bücher digital zum Verkauf anbieten, eine ganz entscheidende Rolle. Sie haben für mich riesiges Potenzial.

Matthias Stöbener: Wie wird der deutsche Buchhandel deiner Meinung im Jahr 2030 aussehen?

Josef Pöllath: Das führt zu der von mir gerade erwähnten Verlagerung der Ratgeberpublikationen auf die digitale Schiene.

Der Buchhandel wird sich in den nächsten Jahren ganz massiv verändern. Die großen Ketten werden als erstes mit dem Überleben zu kämpfen haben. Es wird massive Flächenbereinigungen geben. Das führt dann dazu, dass die großen Ketten nur noch in 1-A-Lagen der großen Städte zu finden sein werden und ein stromlinienförmiges Sortiment zum Kauf anbieten.

Das wiederum ist die Chance für die kleineren Buchhandlungen. Diese werden zu spezialisierten Buchhandlungen und Beratungstreffpunkten und damit eine wichtige Rolle in der Verbreitung der Bücher spielen. Sie werden gewissermaßen wie »Tankstellen" digitale und gedruckte Bücher zum Kauf anbieten.

Ich glaube nicht an das komplette Aussterben von Buchhandlungen, auch dann nicht, wenn man sich alles zu Hause auf den Rechner laden kann. Denn in einem unübersichtlichen und weitgehend anonymisierten Markt will der Einzelne wieder vorkommen und professionell beraten werden.

Und in der Produktion wird es eine Verlagerung auf das digitale Buch geben, wie wir es uns bisher kaum vorstellen können.

Matthias Stöbener: Lieber Josch, ich danke dir für diesen spannenden Ausblick und wünsche dir mit deiner Webseite weiterhin viel Erfolg und viele Menschen, die deinen Rat nutzen.

Zu der Webseite Meinbuchlektorat.de

Matthias Stöbener 08.11.2009, 11.15 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Person des Monats September

Die Person des Monats im Augsburg-Wiki ist nach vier Monaten zur festen Einrichtung geworden. Dank des Engagements von Arno Löb, bei dem ich mich hier herzlich bedanke. Man kann viel über ihn sagen, aber nicht, dass er seine Heimatstadt und die Menschen in ihr (von wenigen Ausnahmen abgesehen) nicht liebt.

In diesem Monat stellt er Sybille Schiller vor. Eine Frau, die konsequent ihren Weg ging. Und das, obwohl sie weniger Startkapital in der alten Römerstadt hatte als viele andere. Sie hat ihre Ziele nicht aufgegeben und sie in Schritten zu verwirklichen gesucht. Da kann sich ein mancher eine Scheibe abschneiden, wie klar wird, wenn man sich mit ihrem Leben beschäftigt.

Zusammen mit ihrem Mann ist sie sozial und kulturell aktiv. Wer sie einmal auf der Bühne sehen will, kann das in der nächsten Zeit öfter tun. An den folgenden Terminen tritt Sie zusammen mit ihrem Mann auf:

22. September 2009 um 20 Uhr: Sybille Schiller liest aus Emile Zolas Roman "Das Werk" in der Ausstellung "Irdische Paradiese" im Schaezlerpalais.

28. September 2009 um 20 Uhr: Literarisch-musikalischer Abend in Bobingen, Unteres Schlösschen. Sybille Schiller liest aus dem Werk von Virginia Woolf. Am Klavier ist Heinrich Schiller.

10. November 2009 um 18:30 Uhr: Volkshochschule Augsburg, "Schiller liest Schiller" zu Friedrich Schillers 250. Geburtstag. Gedichte und Balladen, vorgetragen von Sybille Schiller.

Das Programm "Lob der Ehe" findet erst wieder 2010 statt. Vermutlich am 10. Februar in Bobingen und voraussichtlich im März in Stadtbergen.

Weitere Infos zu Sybille Schiller im Augsburg-Wiki!

Matthias Stöbener 02.09.2009, 09.24 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Gut gemacht, Herr Grab!

Guten Morgen, Herr Grab. Gestern konnten es die Augsburger schon in der Augsburger Skandal-Zeitung lesen. Heute nun, mit einem guten Tag Verspätung, berichtet auch unsere Augsburger Allgemeine über das mögliche Scheitern Ihrer Ehe. Und gibt ihren Lesern auch gleich den Platz ihre zum Teil hämischen Kommentare abzulassen.

Ich sage, gut gemacht, weil Sie nach dem Aufkommen von Gerüchten gleich in die Öffentlichkeit gegangen sind, sich gleich hingestellt haben und zu dem stehen, was Sache ist. Das finde ich ehrlich, aufrichtig und einem Bürgermeister angemessen. Daran könnten sich andere ein Beispiel nehmen. Auch wenn ich mit manch anderer Entscheidung von Ihnen nicht zufrieden bin, so nötigt mir diese Offenheit doch Respekt ab.

Für Häme oder Schadenfreude ist in Ihrer Angelegenheit kein Platz. Sie sagen in der Augsburger Allgemeinen, dass ihre Ehe am Scheitern ist. Es scheint also noch Hoffnung zu bestehen. Ich drücke Ihnen von ganzem Herzen die Daumen, dass sich Ihre Beziehung vielleicht wieder einrenkt.

Nicht nur im Interesse Ihrer Kinder, sondern auch in Ihrem und dem Ihrer Frau. Zerbrochene Beziehungen zehren an der Seele, richten dort Zerstörungen an, die ewig schmerzen. Scheitern nagt an einem, auch wenn man es vielleicht nicht wahrhaben will. Eine Ehe, eine Beziehung am Leben zu erhalten, ist, wie wir alle wissen, heute kein leichtes Werk. Es macht stolz, zufrieden und froh, manchmal auch glücklich, wenn es gelingt. Dass Sie dieses Glück auch einmal in ihrem Leben erfahren, wünsche ich Ihnen!

Matthias Stöbener 10.07.2009, 09.15 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Interview mit Agata Norek

Am 4. April findet in der Galerie Norek, Ludwigstrasse 2 Nebeneingang Kesselmarkt, um 17 Uhr eine Vernissage statt, zu der die Künstlerin Agata Norek alle Interessierten einlädt. Sie stellt ihre eigenen Werke aus den Jahren 2004 und 2007 vor. Gelegenheit für mich, die Künstlerin zu einem kleinen Interview zu bitten.

agata_norek_09.jpgMatthias Stöbener: Frau Norek, Ihre Galerie nennen Sie die "erste Produzentengalerie" Augsburgs. Was ist damit gemeint?

Agata Norek: Dass die Galerie ausschließlich meine Werke ausstellt.

Matthias Stöbener: Was hat Sie bewogen, diese Galerie zu eröffnen?

Agata Norek: Ein gemeinsamer Traum mit meiner Freundin Agnieszka und der Fakt, dass ich keine Lust mehr hatte Monate auf eine Ausstellungsmöglichkeit zu warten. Ich konnte auch nicht mehr mitansehen, wie sich auf meinen Bildern im Lager der Staub sammelt. Und außerdem mag ich viel Bewegung im Leben.

Matthias Stöbener: Ihre Werke sind Mixed-Media-Arbeiten. Können Sie erklären, was damit gemeint ist?

Agata Norek: Dass ich alles zusammenkombiniere, was mir einfällt. U. a. verwende ich für meine Arbeiten Kleber, Nahrung, Pigmente, Haushaltsprodukte und Stoffe.

Matthias Stöbener: Gibt es einen Grundgedanken, auf den Sie ihre Werke zurückführen? Etwas, was Sie mit allen Ihren Werken ausdrücken wollen?

Agata Norek: Ja. Meine Überzeugungen, Kämpfe, Schmerzen, Liebe und Leidenschaft. Das sieht natürlich bei jedem Werk ein wenig anders aus, weshalb ich das immer am Werk selbst erklären muss.

Matthias Stöbener: Noch eine persönliche Frage. Wie kommt eine Polin, die in der polnischen Kunstszene schon einige Schritte zum Erfolg hinter sich gebracht hat, dazu nach Augsburg überzusiedeln und hier eine Galerie zu eröffnen?

Agata Norek: Am Anfang blinde Liebe zu einem Mann. Und so bin ich in Augsburg geblieben, auch wegen meinen Kindern. Als Künstlerin habe ich mir vorgenommen das fortzusetzen, was ich in Polen angefangen habe.

Matthias Stöbener: Und Augsburg? Was gefällt Ihnen an der Stadt? Ist Augsburg ein Ort der Kunst?

Agata Norek: Hier in Augsburg kann ich gut Ruhe tanken. Die Stadt ist sehr gemütlich und ich fühle mich hier sicher. Die zweite Frage: Das will ich erfahren.

Matthias Stöbener: Herzlichen Dank, Frau Norek, für dieses Interview.

Übrigens: Am 17. April 2009 lädt Frau Norek alle Interessierten um 19 Uhr zu einer Vorführung von Iaido, der japanischen Schwertkampfkunst, in ihre Galerie ein.

Weitere Informationen:

* Agata Norek im Augsburg-Wiki
* Galerie Norek im Augsburg-Wiki
* Homepage der Künstlerin



Beide verwendete Bilder (c) by Agata Norek. Das erste Bild stellt die Künstlerin dar, das zweite Bild ist ein Ausschnitt aus ihrem Werk "Lotus - Schild mit Kampfspuren", 2004, 176 x 216 cm, Stoff, Pigmente auf Spanplatte.

Matthias Stöbener 31.03.2009, 09.23 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Herr Schönfuß

Herr Schönfuß bei MySpace. Ein Augsburger. Mit Klampfe und Stimme. Sehr schön, sehr schön. Und welche Fans er hat! Am besten gefällt mir Pussy Squad. Motto: "Ich muss gar nichts außer schlafen, trinken, atmen und ficken." Na, ob die sich mal nicht täuscht!? Aber zurück zu Herrn Schönfuß. Ach so, Pussy Squad ist auch aus Augsburg. Was es hier für Leute gibt! Schönfuss hat eine Brille und einen dichten Bart und eine Stimme, als wollte er mit ihr in die letzte Windung des Herzens eines pubertierenden Gothic-Mädels reinkriechen.

Also: Entweder der Typ entkommt DSDS oder er wird Politiker bei DEN LINKEN oder DEN GRÜNEN. Wenn er noch ein bisschen melancholischer wird, abonniere ich schon mal den "SUIZIDBOTEN". In "Immer blau" meint man, er haucht sein letztes Wort aus. Ein echter Ohrwurm. "Und ich weiß ganz genau, der Himmel wird nie wieder blau, er bleibt für immer grau ..."

Noch ein Tipp von mir: Öffnen sie MySpace-Seite von Herrn Schönfuß mehrmals. Das echot besser als alles bisher Dagewesene. Und besser als LSD ist es allemal.

Herr Schönfuß auf MySpace

Matthias Stöbener 27.01.2009, 21.30 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Zwei starke Frauen

Heute will ich zwei starke Augsburger Frauen vorstellen. Zunächst Anna Pröll, eine Widerstandskämpferin gegen den Nationalsozialismus. Wer den Beitrag liest, wird sehen, dass diese Frau nicht nur unter den Nationalsozialisten gelitten hat. Möglicherweise hat sie nach dem Krieg unter ihren ignoranten Mitbürgern und den so genannten bürgerlichen Parteien noch mehr gelitten als unter den Nazis. Denn angesichts deren Verhaltens in der Nachkriegszeit könnte man schon an der Menschheit zweifeln.

Anna Pröll im Augsburg-Wiki

Und dann stelle ich noch Eva Leipprand von den Grünen vor, eine engagierte Kulturpolitikerin der Grünen, die Augsburg auf kulturellem Gebiet aus der Provinzialität herausgeholt hat - wo es jetzt wohl nach Meinung vieler Augsburger wieder hineinsinkt.

Eva Leipprand im Augsburg-Wiki


Matthias Stöbener 25.11.2008, 08.31 | (0/0) Kommentare | TB | PL

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